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«Sauberer» Boden ist nicht gefragt

Unternehmer fühlt sich ausgebremst

19.05.2007

Gleichwohl hat er manchmal das Gefühl, dass der Prophet im eigenen Land nicht viel wert ist. Und zwar immer dann, wenn er mit Straßenbau-Unternehmen ins Geschäft kommen will, die auf städtischen Baustellen arbeiten. Grothe würde ihnen nämlich nicht nur den schadstoffhaltigen Boden abnehmen, sondern auch den Aushub wieder anbieten, nachdem er ihn aufbereitet hat. Die Unternehmen würden sein recyceltes Material auch gern annehmen, da es preisgünstiger ist als der von weither angelieferte Kies. Aber die Stadt verlangt Bodenwerte, die seiner Meinung nach «völlig unrealistisch» sind und die Kanalarbeiten nur unnötig teurer machen. Dabei ließe sich laut Grothe auf diese Weise die Wertschöpfung massiv steigern. Der belastete Boden würde künftig nicht mehr einfach irgendwo auf einer Deponie entsorgt, sondern es werde Qualitätsmaterial daraus hergestellt, das dann nachhaltig weiterverwendet werden könne. Man könne also hier etwas Positives für die Umwelt machen. Immerhin: Die FDP-Fraktion ist jetzt auf das Thema aufmerksam geworden. In einem Antrag machen sich die Liberalen grundsätzlich dafür stark, auf städtischen Baustellen «vermehrt qualitätsgeprüfte Recycling-Materialien» einzusetzen. Eine Antwort seitens der Stadtverwaltung dazu liegt bereits vor. So setzte man sehr wohl schon länger recyceltes Material auf Baustellen ein, sofern es den Gütekriterien genüge. Es gebe aber auch rechtliche Grenzen für den Einsatz. Etwa in der Nähe von Trinkwassergebieten. Grothe will sich aber nicht so schnell geschlagen geben. Per Gutachten hat er sich jetzt bestätigen lassen, dass sein mit Kalk und Zement «verfeinerter» Boden eine «saubere Sache» ist. ar

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