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Schüler lernen den Alltag bewältigen

20.06.2008

Scharnhorst Was kostet das Leben? Mit dieser Frage setzen sich Achtklässler der Albert-Einstein-Realschule zurzeit auseinander: Da sitzt zum Beispiel die fiktive Familie Schmidt im Kundendienstbüro der Ruhr-Lippe-Wohnungsgesellschaft am Buschei und soll einen Mietvertrag abschließen.

Wie hoch ist die Miete? Wieviel Geld steht den Schmidts zur Verfügung? Dürfen sie einen Hund halten? Dies und mehr besprechen sie mit Kundenberater Thomas Christowzik. Auch eine Wohnungsbesichtigung steht noch auf dem Programm.

Angenommen wird, dass die Schmidts ein Nettoeinkommen von gut 2000 Euro und zwei Kinder im Alter von vier und neun Jahren haben. Die Wohnungssuche ist nur ein Baustein des Projektes, bei dem die Schule an der Gleiwitzstraße mit der Jugendarbeit im Stadtbezirk Scharnhorst kooperiert.

Auf weiteren Stationen geht es um die Anmeldung eines Kindes im Kindergarten (Familienzentrum Am Stuckenrodt), den Einkauf im Supermarkt und im Bekleidungsgeschäft sowie die Planung eines Urlaubs im Reisebüro.

"Da ist so mancher Schüler ins Grübeln gekommen", erzählt Conny Bothe vom Jugendamt, die zusammen mit Karin Beuckelmann und Klaus Scheper von der Jugendfreizeitstätte "Das Zentrum" das Projekt durchführt. "Viele möchten eine Familie gründen, als sie aber erfahren haben, wie teuer alles ist, hat eine Schülerin gesagt 'Ich will keine Kinder mehr'", schmunzelt Conny Bothe.

Wegen der hohen Spritkosten hätten sich die Schüler für eine Abschaffung des Autos entschieden, dann aber bei der Reiseplanung für den Urlaub an der Nordsee nur die Kosten für die Ferienwohnung, nicht aber die Fahrt dorthin berücksichtigt. Wie sollen wir denn jetzt dorthin kommen? Mit dem Zug, der kostet natürlich auch Geld.

"Außerdem müssen sie sich am Urlaubsort ja auch verpflegen, und Geld fürs Minigolfspielen oder andere Aktivitäten sollte auch noch vorhanden sein", schildert Conny Bothe.

Insgesamt seien die Realschüler sehr realistisch, lobt die Jugendamts-Mitarbeiterin. Die Scharnhorster Jugendlichen, die im nächsten Schuljahr ins Praktikum gehen, haben bei dem Projekt auch Orientierungshilfen zur Berufsfindung erhalten. u.b.

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