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Tanz der Holzfiguren auf Wolken

Porträt Yasuko Yamaguchi im domicil

30.05.2007

Yasuko Yamaguchi ist eine der arriviertesten Komponistinnen in NRW. Das e-mexx-Ensemble widmete der vielfach ausgezeichneten Japanerin aus Düsseldorf am Dienstag in der Reihe mit Neuer Musik im domicil ein Porträtkonzert, in das die 38-Jährige selbst einführte. Musik mit vielen Pausen prägten alle sieben Werke des interessanten Abends, bei dem auch drei Uraufführungen auf dem Programm standen. Dazu gehörte das Werk «Lichttempel», zu dem sich Yamaguchi von Fotos eines japanischen Tempels und seinen hölzernen Figuren inspirieren ließ. Auf Wolken fliegen und tanzen die Figuren in zarten Klanggespinsten in der sehr luftigen, transparenten Musik für Flöte (Evelin Degen) und Klavier (Martin von der Heydt). Ähnlich zart, noch etwas meditativer, hat die Japanerin 2005 ihr «Nachtlied» komponiert. Zitternde Insektenstimmen, Vogellaute und viel Stille, kennzeichnen dieses Werk für Klarinette (Joachim Striepens), Cello (Burkart Zeller) und Klavier. Dass das e-mexx-Ensemble ein vorzüglicher Klangkörper ist, der mit großer Präzision musiziert, weiß auch Yamaguchi zu schätzen: Sie hat das Werk wie auch ihre «Lebenden Spuren» diesem Ensemble gewidmet. Die «Spuren», die ebenfalls im domicil uraufgeführt wurden, sind ein Klagegesang, in dem Yamaguchi den Tod eines Freundes verarbeitet hat. Farbig ist diese Musik für Flöte, Klarinette, Geige (Christine Rox), Cello und Klavier; die Wechsel zwischen stiller, resignativer Trauer und expressiver Klage stellte das Sextett sehr schön heraus. Spannendstes Werk war die dritte Uraufführung, «Irregehen» für Bassklarinette und Cello. Einen Spaziergang der beiden Instrumente hat die Japanerin da vertont, führt die Musik auf Irr- und Abwege, lässt die Instrumente Hilferufe aussenden und führt sie am Schluss wieder auf einen gemeinsamen Weg. Zwei Werke des 68-jährigen Louis Andriessen und des 82-jährigen Aldo Clementi ergänzten das Porträt. Gewöhnungsbedürftig war Andriessens «Disco» mit expressiven, perkussiven Violin- und Klavierklängen. Clementi hat in seinem «Echo-Duetto» für vier Instrumente eine dicht verwobene, auch melodiöse, meditative Musik geschrieben, die das Ensemble sehr gefühlvoll spielte .JG

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