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Drangsal-Sänger Max Gruber über Heimat

Berlin/Herxheim. Seit 2013 lebt Max Gruber in Berlin. Als seine Heimat würde der Sänger die Hauptstadt aber nicht bezeichnen. Aber was bedeutet ihm der Begriff Heimat überhaupt?

Drangsal-Sänger Max Gruber über Heimat

Drangsal (Max Gruber) über den Dächern von Berlin. Foto: Annette Riedl

Der Begriff Heimat, seit kurzem durch eine eigene Abteilung des Bundesinnenministeriums geadelt, ist für Deutschpop-Aufsteiger Max Gruber „ein zweischneidiges Schwert“.

Es gebe für ihn nämlich einen Riesenunterschied zwischen Heimat und Heimattümelei, und der mache die Sache so schwierig, sagte der 24-jährige Frontmann des Indierock-Projekts Drangsal der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Einerseits bekenne er sich mit dem altertümlichen Bandnamen und pfälzisch geprägten Albumtiteln wie „Harieschaim“ (2016; ein altes Wort für die Gemeinde Herxheim in Rheinland-Pfalz) klar zu seiner deutschen und regionalen Herkunft. Andererseits: „Das Wort Heimat klingt sehr deutsch, bei 'unsere Heimat' wird mir sogar ein bisschen schlecht“, sagte der Sänger und Multiinstrumentalist. „Stolz und Heimat sind sehr schwierige Begriffe, vor allem in Kombination.“

Gruber, der seine Drangsal-Lieder auf Englisch und Deutsch singt, gilt mit der eingängigen Mischung aus Indierock und Postpunk hierzulande als eines der größten Poptalente. 2017 war er mit „Harieschaim“ für den Echo nominiert und erhielt in der Kategorie „Hoffnungsvollster Newcomer“ den Kritiker-Preis für Popkultur. Das zweite Album „Zores“ erscheint am 27. April.

Der im pfälzischen Kandel geborene, in Herxheim bei Landau aufgewachsene Musiker zog 2013 nach Berlin, sieht die Hauptstadt aber noch nicht als Heimat. „Man kann den Jungen aus Herxheim rausnehmen, aber Herxheim kriegt man nie aus dem Jungen raus.“ Er sei auch heute noch sehr gern zu Hause, bei Familie und Freunden in der Pfalz: „Ich mag den Flecken. Da ist die Luft besser, es ist ruhiger, und es tut gut, mal Dialekt zu sprechen.“

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