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Drei Deutsche im Münchner Halbfinale - Traum-Endspiel naht

München. Das gab es seit 2013 nicht mehr: Drei Deutsche stehen bei den BMW Open im Halbfinale. Ein Traum-Endspiel ist möglich. Favorit Zverev träumt von der Titelverteidigung, Rekordchampion Kohlschreiber vom vierten Titel. Und ein deutscher Underdog ist auch dabei.

Drei Deutsche im Münchner Halbfinale - Traum-Endspiel naht

Hyeon Chung feiert seinen Sieg gegen Martin Klizan aus der Slowakei. Foto: Angelika Warmuth

Topfavorit Alexander Zverev und Rekordsieger Philipp Kohlschreiber sind nur noch je einen Erfolg vom gemeinsamen Showdown beim ATP-Turnier in München entfernt.

Die deutschen Top-Tennisprofis zogen souverän ins Halbfinale des Sandplatzevents ein und wollen den Zuschauern nun das erste rein deutsche Endspiel seit 2013 bescheren. „Natürlich bin ich heiß darauf, ins Finale einzuziehen“, sagte Kohlschreiber nach seinem beeindruckenden 6:4, 6:4 gegen den Spanier Roberto Bautista Agut. „Ich bin gut drauf.“

Zuvor hatte Zverev den Davis-Cup-Teamkollegen Jan-Lennard Struff 6:3, 6:2 bezwungen. Er trifft am Samstag auf den Koreaner Hyeon Chung und will Revanche für das Drittrunden-Aus bei den Australian Open nehmen. Kohlschreiber spielt gegen seinen 22 Jahre alten Trainingskumpel Maximilian Marterer, der Marton Fucsovics aus Ungarn 6:3, 6:4 schlug und seinen bislang größten Erfolg feierte. Zuletzt standen 2013 drei deutsche Profis im Halbfinale der BMW Open.

Nach den Vorstellungen der ersten drei Runden ohne Satzverlust ist der 34 Jahre alte Kohlschreiber Favorit. „Ich habe drei sehr gute Siege eingefahren, wo ich bestimmt von Anfang bis Ende der bessere Spieler war“, sagte Kohlschreiber.

Den an Nummer zwei gesetzten Bautista Agut besiegte er mit einem frechen Stopp beim Matchball nach 77 Minuten. Der Augsburger will zum sechsten Mal ins Finale und um seinen vierten Titel spielen. Vor fünf Jahren unterlag er im Endspiel gegen Tommy Haas. Langfristig hofft der Altmeister, noch einmal sein bestes ATP-Ranking anzugreifen, einen 16. Platz im Jahr 2012. Aktuell ist er 34. der Weltrangliste.

Zverev zeigte vor vollen Rängen auf dem Centre Court von Beginn an eine dominante und in den entscheidenden Phasen fehlerlose Partie. Vor allem beim Return überzeugte der Jungstar und nahm seinem sieben Jahre älteren Rivalen gleich die ersten beiden Aufschlagspiele ab.

Bei den jüngsten zwei Matches von Zverev und Struff hatte stets ein dritter Satz entschieden. Diesmal war der Favorit zu stark, um es gegen den in der Weltrangliste um 59 Plätze schlechter positionierten Warsteiner noch einmal spannend zu machen. „Ich habe meinen Aufschlag nicht sieben oder achtmal verloren. Das hilft“, resümierte Zverev im Rückblick auf Monaco, als er beim Service noch maßlos enttäuschte.

Nach 62 Minuten war die Partie vorbei. Weil ein Baby auf der Tribüne weinte, wartete Zverev ein paar Augenblicke, lächelte die sich entschuldigende Mutter des Säuglings an und jagte dann einen Aufschlag über das Netz, den Struff nicht mehr retournieren konnte.

Gegen Chung stellt sich der beste deutsche Tennisspieler auf eine harte Partie ein und verglich seinen Kontrahenten sogar mit Superstar Djokovic: „Er macht keine Fehler und ist ein bisschen wie Novak in dessen besten Zeiten. Er spielt gut von der Grundlinie.“

Chung setzte sich wie schon 2017 im Viertelfinale in München gegen Martin Klizan aus der Slowakei durch. Dank des 6:3, 6:4 darf der 21-Jährige von seinem ersten ATP-Finale träumen. Immerhin: Der Asiate hat seine beiden bisherigen Duelle mit Zverev für sich entschieden, 2017 in Barcelona und bei den Australian Open im Januar dieses Jahres in der dritten Runde auf dem Weg in sein Sensations-Halbfinale.

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