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Drittliga-Relegation: Traditionsvereine unter Druck

Düsseldorf. Fünf der sechs Vereine, die ab Donnerstag um den Aufstieg in die 3. Liga kämpfen, haben schon mal in der Fußball-Bundesliga gespielt. Doch die Tradition verstärkt auch den Druck.

Die wichtigsten Spiele der jüngeren Vereinsgeschichte sind für die meisten auch die unnötigsten. Dass die Meister der Regionalligen nicht automatisch in die 3. Fußball-Liga aufsteigen, ist für viele Fans wie Experten sowieso ein unhaltbarer Zustand.

Dass Energie Cottbus und der 1. FC Saarbrücken wegen ihrer Endspiele im jeweiligen Verbandspokal aber drei entscheidende Spiele innerhalb von sieben Tagen haben, erbost die Trainer Claus-Dieter Wollitz und Dirk Lottner endgültig.

Energie-Coach Wollitz sprach von einer „Märchenstunde“ und „Scheinwelt“ und erklärte: „Uns wird mit dem Vorschlaghammer ins Gesicht geschlagen.“ Das brachte ihm sogar einen Rüffel von DFB-Präsident Reinhard Grindel ein. „In einer solchen Situation so anzuheizen, finde ich unverantwortlich“, sagte Grindel. Saarbrückens Lottner hatte die Ansetzungen als „hirnrissig und engstirnig“ bezeichnet und geklagt: „Für die Belange der kleinen Teams setzt sich beim DFB sowieso kein Schwein ein.“

Der Druck im mit Abstand traditionsreichsten Feld in der Geschichte der Aufstiegsspiele zur 3. Liga ist ungemein groß. Auf stolze 52 Bundesliga-Jahre bringen es die fünf Vereine neben Außenseiter Weiche Flensburg. In den bisherigen fünf Jahren waren nie mehr als zwölf Jahre Bundesliga-Tradition vertreten.

Teilweise unter hohem finanziellen Einsatz haben 1860 München (20 Bundesliga-Jahre), der KFC Uerdingen (14), Waldhof Mannheim (7), Cottbus (6) und Saarbrücken (5) die Meistertitel in ihren Staffeln errungen. Sollte am Sonntag nicht der Aufstieg stehen, war alles umsonst.

Ab der kommenden Spielzeit wird der Modus geändert. Der Südwest-Meister steigt in den kommenden beiden Jahren automatisch auf. In der nächsten Spielzeit erhalt der Nordosten und der Westen noch einen festen Aufstiegsplatz. Die anderen beiden Meister spielen den vierten aus, ihre Ligen erhalten für 2019/2020 dann direkte Quotenplätze.

Kurios: In den Hinspielen am Donnerstag kann keiner der drei Vereine in seinem Stadion spielen. Saarbrücken muss wegen des stockenden Stadion-Umbaus seit 2016 in Völklingen antreten, Uerdingen weicht am Donnerstag nach Duisburg aus, Flensburg nach Kiel.

1. FC Saarbrücken - 1860 München

Die Münchner Löwen rauschten im Vorjahr von der zweiten in die vierte Liga, nun soll der erste Teil der Rückkehr gelingen. „Vor einem Jahr lag hier noch alles am Boden, dann haben wir aus dem Nichts eine Mannschaft zusammengeschraubt. Es ist eine schöne Situation“, sagte Trainer Daniel Bierofka. Saarbrücken stellt in Patrick Schmidt und Kevin Behrens zwei sehr erfolgreiche Torjäger (je 19 Treffer). Sie haben für die kommende Saison aber schon bei den Zweitligisten Heidenheim und Sandhausen unterschrieben.

KFC Uerdingen - Waldhof Mannheim

Die Mannheimer scheiterten in den vergangenen beiden Jahren an Lotte und Meppen, im dritten Anlauf sind sie als Zweiter der Südwest-Staffel gegen den West-Meister Außenseiter. „Irgendwann hat man den Kanal voll und will es endlich packen“, sagt Torhüter Markus Scholz. Aufsteiger Uerdingen plant - unterstützt vom russischen Geschäftsmann Michail Ponomarew - den Durchmarsch. Die Ansprüche sind so hoch, dass Trainer Michael Wiesinger im März als Zweiter entlassen wurde. Nachfolger Stefan Krämer holte in zwölf Spielen elf Siege und ein Unentschieden.

SC Weiche Flensburg - Energie Cottbus

Energie stellte mit 89 Punkten und 31 Zählern Vorsprung das beste Team aller Punktrunden. Trainer Wollitz spricht trotzdem von „klassischen 50:50-Spielen. Sie sind genauso Meister geworden und haben genauso viel zu verlieren“. Für Flensburg ist das Erreichen der Play-offs der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

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