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Prozessauftakt gegen „Falschen Rentner“

Drogenfund per Zufall: Herner drohen fünf Jahre Haft

Herne/Bochum Drogen auf dem Tisch, Ärger vor der Brust: Ein 44-jähriger Mann aus Herne muss sich seit Donnerstag vor dem Bochumer Landgericht verantworten. Es geht um Drogenhandel mit Waffen. Die Mindeststrafe im Normalfall: fünf Jahre Haft.

Der Angeklagte war vor drei Jahren ins Visier der Ermittler geraten. Eigentlich ging es um seinen erschwindelten Lebensunterhalt, als die Polizei am 12. November 2014 zu einer Razzia an seiner Wohnanschrift im Süden von Herne aufgetaucht war. Der beschäftigungslose Mann war nämlich seit 2012 offiziell „Rentner“ und bezog mit Blick auf eine vermeintlich schwere depressive Episode eine Erwerbsminderungsrente in Höhe von 900 Euro monatlich.

Was die Ermittler jedoch bereits herausgefunden hatten: Auch seine Bescheinigung zur Erwerbsunfähigkeit war nach sicheren Erkenntnissen Teil eines großen Betrugsskandals um einen Psychiater aus Bochum. Der Arzt soll jahrelang im großen Stil die Deutsche Rentenversicherung geprellt haben, indem er gegen Bargeld falsche Arbeitsunfähigkeits-Atteste ausstellte – und so in dutzenden Fällen kerngesunden Personen lukrative Rentenzahlungen bescherte.

Drogen-Volltreffer im Esszimmer

Laut Anklage landeten die Fahnder bei der eigentlichen Betrugs-Razzia im Esszimmer einen Drogen-Volltreffer. Auf dem Tisch hatte der „falsche Rentner“ laut Staatsanwaltschaft eine Platte Haschisch und zwei Tüten mit Marihuana deponiert. Außerdem sollen in unmittelbarer Nähe ein Messer mit einer Klingenlänge von 8,5 Zentimetern und ferner zwei verbotene Pistolen-Kugeln platziert gewesen sein.

Zum Prozessauftakt kündigte der Herner für den nächsten Termin am 18. April ein umfassendes Geständnis an. Ein Urteil wird frühestens im Mai erwartet.

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