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Einladung zur Darmkrebs-Vorsorge gefordert

Berlin. Darmkrebs-Vorstufen sind heute gut zu erkennen. Nun solle der Staat die Menschen möglichst bald zur Krebsvorsorge bewegen, fordert ein Experte. Mehrere 1000 Todesfälle pro Jahr könnten verhindert werden.

Einladung zur Darmkrebs-Vorsorge gefordert

Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Otmar Wiestler fordert konkrete Maßnahmen für eine verbesserte Darmkrebsvorsorge. Foto: Bernd Settnik/Archiv

Der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Otmar Wiestler, fordert konkrete Maßnahmen für eine verbesserte Darmkrebsvorsorge noch in diesem Jahr.

„Auf diesem Gebiet der medizinischen Vorsorgeprogramme müssen wir dringend unsere Aktivitäten verstärken“, sagte der Wissenschaftsmanager der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. „Als ersten konkreten Schritt schlage ich vor, endlich das bereits vor längerer Zeit beschlossene Einladungsverfahren für die Darmkrebsvorsorge umzusetzen.“ Der dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) seit Ende 2016 vorliegende Entwurf, alle Männer ab 50 Jahren und alle Frauen ab 55 Jahren zu einer von den Kassen bezahlten Darmspiegelung einzuladen, dürfe dort nicht länger festhängen.

Insgesamt starben, wie die Helmholtz-Gemeinschaft erläuterte, 2015 rund 25 000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs. Wenn alle Menschen ab 50 beziehungsweise 55 Jahren zur Darmspiegelung gingen, könnten bis zu 90 Prozent dieser Todesfälle verhindert werden, hieß es. Im Jahr 2018 würden nach Schätzung der deutschen epidemiologischen Krebsregister und des Zentrums für Krebsregisterdaten im Robert Koch-Institut 33 000 Männer und 26 000 Frauen an einem kolorektalen Karzinom erkranken. Darmkrebs ist bei Männern und Frauen eine der häufigsten Tumorerkrankungen in Deutschland.

Die biomedizinische Forschung habe in den vergangenen 20 Jahren „spektakuläre Fortschritte“ gemacht, erläuterte Wiestler. Die so entstandenen Möglichkeiten für die Prävention und Früherkennung würden jedoch insgesamt nicht genügend genutzt. „Zuverlässige Schätzungen weisen darauf hin, dass bis zu 45 Prozent aller Krebserkrankungen durch ein langfristiges und umfassendes Präventionsprogramm verhindert oder durch frühzeitige Behandlung geheilt werden könnten“, sagte der Mediziner.

2013 hatte sich der Bundestag im Krebsfrüherkennungsgesetz auf ein Screening-Programm festgelegt. Doch die Umsetzung ist in Verzug.

Die Helmholtz-Gemeinschaft gehört zu den führenden Wissenschaftsorganisationen hierzulande. In ihr haben sich 18 Forschungszentren zusammengeschlossen. Der Bundesausschuss G-BA ist ein Organ des Gesundheitswesens.

Am Sonntag (13. Mai) wird die Darmkrebsvorsorge auch Thema bei der Verleihung des Felix Burda Awards in Berlin sein. Der Preis ehrt Leistungen auf diesem Gebiet. Die Veranstalter erwarten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) als einen der Redner.

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