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Eltern versus Töchter in US-Komödie „Der Sex Pakt“

Berlin. Wenn sich kontrollbesessene Helikopter-Eltern daran machen, ihren Kids das erste Mal zu verderben, dann geht es mal lustig und auch ziemlich derb zu.

Eltern versus Töchter in US-Komödie „Der Sex Pakt“

Gideon Adlon (l-r) als Sam, Kathryn Newton als Julie und Geraldine Viswanathan als Kayla nehmen ein Selfie auf. Foto: Universal Pictures

Kaum eine amerikanische Schul-Komödie, die ohne das Thema Abschlussball auskommt: Meist ist es dieser besondere, mit unzähligen und oft zu hochgesteckten Erwartungen aufgeladene Abend, der in populären Filmen die Schulzeit abrundet.

In dem US-Werk „Der Sex Pakt“ geht es den Protagonistinnen nicht nur um den richtigen Tanzpartner: Die drei Freundinnen haben sich geschworen, just an diesem Tag auch ihre Jungfräulichkeit zu verlieren. Diese Rechnung haben sie allerdings ohne ihre Eltern gemacht - gespielt von Leslie Mann („Immer Ärger mit 40“), dem Wrestler John Cena und Ike Barinholtz („Bad Neighbors“).

Die Autorin Kay Cannon („Pitch Perfect“) legt mit „Der Sex Pakt“ ihr Debüt als Regisseurin vor. Mit Seth Rogen („Ananas Express“) wurde die turbulente Generationen-Komödie von einem ausgewiesenen Comedy-Experten koproduziert.

Allzu alt ist dieser gut 100 Minuten währende Film noch nicht, da fällt ein mit Verve gesprochener Satz: „Ich hab’ heut Nacht Sex!“. In der Schulkantine tut Julie (Kathryn Newton, die in „Three Billboards Outside Ebbing, Missouri“ unlängst das Mordopfer spielte) ihre Absicht kund. Um im Nu auch ihre besten Freundinnen davon zu überzeugen, dass es in genau dieser Nacht unbedingt passieren muss. Zu dumm nur, dass die Eltern vom „Sex Pakt“ der Mädchen Wind bekommen und alles daran setzen, den Plan zu durchkreuzen.

Lisa (Mann), Hunter (Barinholtz) und Mitchell (Cena) verbindet eine Art Zwangsfreundschaft, seit sie gemeinsam ihre drei Girls eingeschult haben. Sie rüsten sich für eine hochturbulente wie feuchtfröhliche Nacht, in der es unter anderem um die Frage geht, welch Bedeutung Auberginen wohl im digitalen Jugendsprech haben.

Bei aller Massenkompatibilität gelingt es dieser überhitzten Komödie durchaus, ein ernstes Thema anzureißen: den Kontrollwahn von Eltern, die meinen, alles im Leben ihrer Kinder überwachen zu müssen. Ein Kontrollwahn, der - glaubt man Medienberichten und auch diesem Film - in den USA noch ganz andere Ausmaße anzunehmen in der Lage ist als etwa in Europa.

In „Der Sex Pakt“ ist es vor allem die von Leslie Mann sehr überzeugend und teils auch berührend verkörperte, allein erziehende Lisa, die ihrer Tochter mit ihrer Fürsorglichkeit zuweilen gehörig auf die Nerven geht. Die achtzehnjährige Blondine muss sich nicht nur Sätze anhören wie: „Ich weiß alles“ - ihre Mutter scheut auch nicht davor zurück, Kurznachrichten sowie an die Tochter gerichtete Briefe zu kontrollieren.

Wo sich handelsübliche Adoleszenz-Komödien gern auf die Perspektive der jungen Protagonisten kaprizieren, da wechselt dieser Film recht geschickt zwischen der Sicht der Erwachsenen und der ihrer Kinder. Es geht im „Sex Pakt“ also keineswegs vor allem um die Bemühungen der drei Mädchen, nun endlich ihr erstes Mal hinter sich zu bringen.

Mindestens ebenso viel Platz räumt das Werk den besorgten Helikopter-Eltern ein: Bei dem vermeintlich unmöglichen Unterfangen, die eigenen Töchter vorm ersten Sex zu bewahren, müssen Lisa, Mitchell und Hunter so manche Hürde nehmen, so manches Abenteuer bestehen. Darunter auch eine recht unappetitliche Episode rund um „Arsch-Bier“. Wenn man so will, dann handelt es sich beim „Sex Pakt“ um ein Kinowerk für (fast) die gesamte Familie: Väter und Mütter dürfen mit Hunter und Co. mitleiden, Teenager und junge Erwachsene mit den Töchtern mitfiebern.

- Der Sex Pakt, USA 2018, 102 Min., FSK ab 12, von Kay Cannon, mit Leslie Mann, Ike Barinholtz, Kathryn Newton.

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