Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige

Ex-FBI-Chef Comey und Trump beleidigen sich gegenseitig

Washington. Gegenseitige Beleidigungen und harte Anschuldigungen: Das am Dienstag erscheinende Buch des von Trump entlassenen FBI-Chefs James Comey lässt keine Wünsche offen. Es könnte der Auslöser für eine der größten Schlammschlachten sein, die das Weiße Haus je erlebt hat.

Ex-FBI-Chef Comey und Trump beleidigen sich gegenseitig

Der ehemalige FBI-Direktor James Comey spricht bei seiner Anhörung vor dem Geheimdienstausschuss des US-Senats in Washington. Foto: Andrew Harnik/AP/Archiv

US-Präsident Donald Trump und der frühere FBI-Chef James Comey haben sich in einem beispiellosen Wortgefecht mit gegenseitigen Beleidigungen überzogen.

Der von Trump entlassene Comey verglich den Präsidenten in seinem neuen Buch mit einem Mafiaboss. Trump schrieb auf Twitter über Comey: „Er ist ein schwacher, unehrlicher Drecksack.“

James Comey rechnet in einem neuen Buch unbarmherzig mit dem Präsidenten ab. Trump sei „unethisch, und nicht an die Wahrheit und institutionelle Werte gebunden“, zitierten US-Medien am Donnerstag (Ortszeit) vorab aus dem Buch, das kommende Woche in den USA erscheinen soll. Trumps Führungsstil beruhe auf Tauschhandel, sei von seinem Ego getrieben und es gehe ihm um persönliche Loyalität, schrieb der ehemalige Chef der US-Bundespolizei.

Comey zeichnet ein vernichtendes Bild vom Weißen Haus unter Trump. Er habe sich an die Mafia erinnert gefühlt, zitierte ihn der Sender CNN. „Der Boss hat absolute Kontrolle. Die Treueschwüre. Die Wir-gegen-sie Weltsicht. Das Lügen über alle Dinge, groß und klein, im Dienst eines Loyalitätskodexes, der die Organisation über die Moral und die Wahrheit stellt.“ Trump sei ein Rüpel und ein Lügner, der versucht habe, Ermittler wie ihn zu bedrängen, und Ermittlungen zu beeinflussen, schrieb Comey demnach.

Trump hatte Comey im Mai 2017 entlassen. Eine Folge dieser Entlassung war die Einsetzung von Sonderermittler Robert Mueller, der Vorwürfe um eine russische Einmischung in die US-Wahl 2016 und eine Zusammenarbeit des Trump-Lagers mit Moskau untersucht. Trump hält diese Untersuchung für eine „Hexenjagd“ und völlig unbegründet.

Das Buch „A Higher Loyalty: Truth, Lies and Leadership“ (deutscher Titel: „Größer als das Amt: Auf der Suche nach der Wahrheit - der Ex-FBI-Direktor klagt an“) soll am Dienstag erscheinen.

Comey beschreibt nun erstmals im Detail für die Öffentlichkeit seine Treffen mit Trump. Er berichtet unter anderem über Gespräche zu einem Dossier eines britischen Agenten. Darin werden Anschuldigungen über Begegnungen Trumps mit Prostituierten in Russland erhoben.

Trump habe diese Behauptungen entschieden zurückgewiesen und gesagt, diese verletzten seine Frau Melania. „Können Sie sich das vorstellen? Ich, Nutten?“, habe Trump den Aufzeichnungen Comeys zufolge gefragt.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Rom. Das europakritische Regierungsbündnis in Italien ist auf der Zielgeraden. Europäische Nachbarn warnen vor einer „Schulden-Koalition“. Doch viele Italiener begrüßen sie - sie haben das lange Warten auf eine gewählte Regierung satt.mehr...

Barcelona. Die Hoffnung währte nur kurz: Kataloniens neuer starker Mann Quim Torra hat zwar die spanische Regierung um Dialog gebeten - provoziert sie aber gleich wieder mit umstrittenen Minister-Ernennungen. Barcelona und Madrid sind wieder auf Konfrontationskurs.mehr...

Caracas. In dem südamerikanischen Land öffnen die Wahllokale ihre Türen, die Beteiligung an der Abstimmung läuft zunächst schleppend. Amtsinhaber Maduro gibt seine Stimme ab - einige Venezolaner folgen dem Aufruf zum Boykott der Wahl. In anderen Ländern kommt es zu Protesten.mehr...

Washington. Was vor Trumps Wahl 2016 geschah, interessiert Ermittler in den USA schon lange. Unterstützung, Absprachen, Kampagnen - Moskau steht im Fokus. Aber womöglich war Russland nicht alleine.mehr...

Rom. Die Italiener gehen noch einmal an die Urnen. Dass eine große Mehrheit den Koalitionsvertrag zwischen der Fünf-Sterne-Bewegung und der Lega befürworten wird, ist wahrscheinlich. Doch im europäischen Ausland sind die Sorgen vor einer eurokritischen Regierung in Rom groß.mehr...