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Experten: Tarifabschlüsse könnten Konjunktur Schwung bringen

Nürnberg. Mehr Impulse von innen statt durch Handel mit anderen Ländern - viele Experten setzen auf eine stärkere Nachfrage heimischer Verbraucher, um die Wirtschaft anzutreiben. Das könnte angesichts der jüngsten Tariferhöhungen gelingen. Aber die Weltwirtschaft bleibt ein Risiko.

Experten: Tarifabschlüsse könnten Konjunktur Schwung bringen

Passanten mit Einkaufstüten in einer Fußgängerzone. Foto: Henning Kaiser

Der private Verbrauch könnte nach Einschätzung von Konjunktur- und Arbeitsmarktexperten die deutsche Wirtschaft wieder stärker in Schwung bringen.

Grund dafür sind die jüngsten Tarifabschlüsse etwa im öffentlichen Dienst, die mehr Geld für viele Haushalte bedeuten. Dies erklärten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Bisher werde die Konjunktur vor allem durch den Außenhandel gestützt. Im ersten Quartal dieses Jahres war dieser allerdings auch etwas schwächer.

Von der Gesamtentwicklung wird laut den Prognosen der Ökonomen auch der Arbeitsmarkt mit künftig weiter sinkenden Arbeitslosenzahlen profitieren. Dagegen bremse der Fachkräftemangel die Zahl der Einstellungen ab, sagte Deutsche-Bank-Volkswirt Marc Schattenberg. Eine langsamere konjunkturelle Entwicklung im ersten Quartal 2018 trübe die Aussichten etwas ein.

Im Mai dürften den Schätzungen der Experten zufolge rund 2,31 Millionen Menschen ohne Job gewesen sein. Das wären etwa 75.000 weniger als im April und rund 189.000 weniger als vor einem Jahr. In der warmen Jahreszeit gebe es weniger witterungsbedingte Hindernisse, die auf den Arbeitsmarkt wirkten, erklärte Rolf Schneider von der Allianz. Die meisten Ökonomen halten an ihrer optimistischen Prognose fest: Für 2018 rechnen sie mit einem durchschnittlichen Rückgang der Arbeitslosenzahl um 100.000 bis 150.000 auf 2,3 bis 2,35 Millionen. Die offiziellen Mai-Zahlen gibt die Bundesagentur für Arbeit (BA) an diesem Mittwoch (30. Mai) bekannt.

Im Januar hatten viele Volkswirte geradezu euphorisch auf das Jahr geblickt. Doch ein drohender Handelskrieg zwischen den USA und China sowie andere globale Risiken ließen die Hoffnungen teils schwinden. Die Experten glauben weiterhin an ein Wachstum, jedoch an ein langsameres als noch zum Jahresbeginn.

Verantwortlich für den Rückgang der Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Winterquartal war vor allem der Außenhandel. Importe und Exporte sanken im Vergleich zum Vorquartal. Der starke Euro belastete die Geschäfte etlicher Exporteure. Dadurch werden Waren „made in Germany“ auf dem Weltmarkt teurer.

Auf das Gesamtjahr 2018 gesehen, rechnen mehrere Volkswirte mit einem zweiprozentigen BIP-Plus. „Wir haben keine Axt an die Prognose angelegt, sondern eher mit einem kleinen Hobel gearbeitet“, meinte Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld. Vor allem die unsichere Lage der chinesischen Volkswirtschaft lässt ihn etwas vorsichtiger werden. Es gebe viele Fragezeichen bei der hohen Verschuldung des Landes und beim Immobilien-Boom, der sich dem Ende zuzuneigen scheine.

Die Regierungsbildung im hoch verschuldeten Italien mit Plänen für Steuersenkungen und anderen teuren Vorhaben löst bei Volkswirten ebenfalls Zweifel aus. Das bringe im Euroraum zusätzliche Unsicherheiten, sagte Tuchtfeld. „Unternehmen schauen darauf und werden mit Investitionen vorsichtig sein.“ Sorgen mache ihm auch der starke Euro, der sich negativ auf die Exportindustrie auswirke.

Doch obwohl Unternehmen vorsichtiger geworden seien: „In allen Wirtschaftsbereichen stellen sie weiter ein“, sagte der Chefvolkswirt der staatlichen Förderbank KfW, Jörg Zeuner. Die allermeisten der derzeit 800.000 gemeldeten offenen Stellen seien unbefristete, sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Gesucht seien vor allem Arbeitskräfte in der Bauwirtschaft, in Verkehr und Lagerei sowie in Sozial- und Gesundheitsberufen.

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