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Fahrschüler fallen immer öfter durch

Stuttgart/Flensburg. Glaubt man der Statistik des Bundeskraftfahrtamts, können Fahrschüler in Hamburg am schlechtesten Auto fahren und die in Sachsen-Anhalt am schlechtesten lernen - dort sind die Durchfallquoten am höchsten.

Fahrschüler fallen immer öfter durch

Schlusslicht bei den Theorieprüfungen ist Sachsen-Anhalt mit einer Durchfallquote von 44,9 Prozent. Foto: Swen Pförtner

Fahrschüler sind im vergangenen Jahr häufiger durch die Führerschein-Prüfung gerauscht. Mittlerweile scheitert mehr als ein Drittel aller Anwärter an der theoretischen Prüfung, fast sieben Prozent mehr als noch in 2016.

Das geht aus Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes hervor. Knapp ein Drittel der Prüflinge rasselt durch den praktischen Test. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. Fahrlehrerverbände begründen die Entwicklung mit der steigenden Zahl fremdsprachiger Anwärter. Außerdem lasse das Interesse Jugendlicher am Autofahren nach.

Spitzenreiter bei den nicht bestandenen theoretischen Prüfungen sind die Fahrschüler in Sachsen-Anhalt. Dort bestanden im Jahr 2017 fast 45 Prozent der Teilnehmer den schriftlichen Test nicht. Bei der praktischen Prüfung haben die Hamburger das Nachsehen - fast 42 Prozent der Fahrschüler scheiterten dort 2017 im Praxistest.

Doch diese Zahlen sind keine Ausreißer, vielmehr sucht man in der Tabelle des Kraftfahrtbundesamts vergebens nach wirklich erfolgreichen Bundesländern. Am besten schneidet noch Hessen ab, doch auch hier bestehen 31 Prozent die Theorie nicht, und immerhin 23 Prozent fallen in der praktischen Prüfung durch.

Der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände, Gerhard von Bressensdorf, führt die höheren Durchfallquoten in erster Linie auf den größeren Anteil nicht deutschsprachiger Bewerber zurück. Ihnen falle die Theorieprüfung schwer. Zudem seien sie mit einer anderen Verkehrskultur aufgewachsen und brauchten oft drei bis fünf Anläufe, bis sie bestünden, sagte Bressensdorf. In der Praxisprüfung gebe es durch den zunehmenden Verkehr immer mehr Fehlerquellen für Prüflinge.

Der Vorsitzende des baden-württembergischen Fahrlehrerverbandes, Jochen Klima, bestätigt, dass die Zahl der Bewerber aus anderen Ländern zugenommen habe und ihnen die Führerscheinprüfung schwerer falle als Anwärtern, die im deutschen Verkehrssystem groß geworden sind. Zum anderen habe jedoch auch das Interesse Jugendlicher nachgelassen. Die Prüfungen werden seinem Eindruck nach nicht mehr ernst genug genommen. „Früher war Mobilität notwendig für Kommunikation“, sagte Klima. „Handy und Internet haben dem Führerschein den Rang abgelaufen.“

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