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Falk

Düsseldorf. Die ARD präsentiert auf ihrem Serien-Sendeplatz ein neues Gesicht, den ebenso verschrobenen wie brillanten Juristen Falk. Fritz Karl spielt den Düsseldorfer Anwalt, der irgendwo zwischen Professor Boerne und „Monk“ anzusiedeln ist - und recht spezielle Probleme hat.

Falk

Der Schauspieler Fritz Karl gibt einen Anwalt, der lieber Gastronom wäre. Foto: Henning Kaiser

Ein Anwalt, der Gerichtssäle hasst, ist eigentlich kein guter Anwalt.

Im Fall des Juristen Falk, der am Dienstag (15. Mai, 20.15 Uhr) erstmals in der neuen und nach ihm benannten ARD-Serie „Falk“ zu sehen ist, kann man die Abneigung aber allein schon aus modischen Gesichtspunkten verstehen: Die Roben sind schuld.

Der Düsseldorfer Anwalt neigt zu dandyhafter Extravaganz: großkarierte Westen, geblümte Krawatten, Samtsakkos. Vor Gericht bleibt davon aber rein gar nichts übrig, weil alles unter der Anwaltskluft verschwindet. Kein Wunder, dass Falk Fluchtreflexe entwickelt. Er ist ein Anwalt, der kein Anwalt sein will.

Der Kleidungsstil der Hauptfigur ist das Erste, das an der neuen Serie ins Auge springt, von der die ARD sechs Folgen auf ihrem Serien-Sendeplatz am Dienstag zeigt. Falk, gespielt von Fritz Karl (50), fällt optisch auf. Eigentlich passt er besser zu einem Reitturnier der englischen Upperclass als in ein deutsches Amtsgericht. Auffallen muss Falk allerdings auch, denn Anwaltsserien gibt es viele. Erst jüngst schickte etwa RTL „Beck is back“ ins Rennen.

Es ist daher nicht nur die Optik, die „Falk“ von der Konkurrenz abheben soll. Vor allem ist es auch die Idee, von einem Anwalt zu erzählen, der seinen Job am liebsten an den Nagel hängen will, weil er ihn hasst. Das hat Falk auch schon getan und sich seinen Traum erfüllt, ein eigenes Restaurant zu eröffnen. Er liebt gute Weine und exquisites Essen. Blöderweise ist das Lokal pleitegegangen. Um es zurückzubekommen, muss der Jurist notgedrungen wieder in der honorigen Düsseldorfer Kanzlei „Offergeld & Partner“ anfangen.

Als Anwalt gilt Falk als ebenso brillant wie unberechenbar. Wenn es um ihn selbst geht, ist er emotional absolut unfähig - die Psyche anderer kann der verhinderte Gastronom aber filetieren wie einen Lammrücken. In der Kanzlei ist er der Experte für spezielle Klienten - etwa für einen Ministerpräsidenten, der Dessous unter seinen Anzügen trägt und damit in die Bredouille geraten ist. Seine Fälle löst Falk am liebsten nicht im Gericht. Er hat andere Methoden.

Der Darsteller Fritz Karl sagt, dass er zur Entwicklung der Figur viel beitragen konnte. „Einen normalen Anwalt zu spielen - das hätte mich wenig interessiert“, sagt der Österreicher. Wichtig sei ihm gewesen, dass der Humor - „Falk“ ist im Kern eine komödiantische Serie - etwas Spleeniges habe müsse. „Zudem wollte ich immer einen Dandy spielen.“

Sucht man nach Vergleichen, landet man wohl irgendwo zwischen dem ebenso adrett gekleideten Professor Boerne aus dem Münsteraner „Tatort“, dem überheblichen Mediziner „Dr. House“ und dem neurotischen Ermittler „Monk“. Dass „Falk“ dennoch einen eigenen Ton findet, liegt vor allem am Hauptdarsteller Karl, der seine Figur mit sichtlichem Genuss spielt und sie weder zu einer Witzfigur macht, noch zu einem kompletten Ekelpaket - kurz: primetime-tauglich.

Flankiert wird Karl von Mira Bartuschek, die als Kanzleichefin mit der Art ihres Top-Juristen hadert. Ihren Vater, den Alt-Chef, spielt Peter Prager. Als Kollege ist Moritz Führmann zu sehen, den man auch als Theaterschauspieler kennt - unter anderem aus Düsseldorf. Dort, wo „Falk“ zwischen Küche und Kanzlei gefangen ist.

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