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Fußball: Claus Janson - der König von Salzburg

LÜNEN „Deutschland hätte einen anderen Torwart haben können!“ Einem Vollblut-Fußballer wie Claus Janson treffen auch mit 57 Jahren Trainer-Entscheidungen zur EM in Österreich und der Schweiz wie ein Messerstich mitten ins Herz.

von Von Bernd Janning

, 06.06.2008
Fußball: Claus Janson - der König von Salzburg

Beim Gastspiel mit Pr. Münster sprach Zoltan Varga (r.) Claus Janson an - wupp, war dieser in Brambauer.

„Der Klinsmann hat den Kahn rausgeboxt, obwohl er bei den Bayern Stammspieler war. Da hätte schon an Deutschland gedacht werden müssen. Der Kahn hätte auch heute noch im Nationaltrikot gespielt! Und der ist besser als Lehmann.“ Gleichzeitig setzt sich Janson für die Jugend ein: „Warum nimmt er gerade diese drei Spieler nicht mit. So ein junger Kerl wie Marko Marin hat doch alle Voraussetzungen. Dafür sind David Okondor und Oliver Neuville dabei“, schüttelt er nur den Kopf und blickt, mit seiner langjährigen Erfahrung, weiter skeptisch nach vorn.

„Das Auftaktspiel gegen Polen, gegen die haben wir uns immer schwer getan. Wird sicher, wie meist, ein Unentschieden. Bei der WM in Deutschland hatten wir diese tolle Euphorie. Jetzt weiß ich nicht, ob das alles in Österreich und der Schweiz gut ist oder gut wird! Deutschland kommt für mich nicht über Rang drei hinaus.“

Heimat in Österreich und den Alpen Österreich und die Alpen, das war über Jahre die Heimat von Janson. Mittelstürmer, Senkrechtstarter - schon mit 17 Jahren stand Janson in der ersten Mannschaft seines Heimatvereins, dem einstigen Verbandsligisten BV Selm. Von da an ging es nur noch bergauf. Es folgte der Wechsel zum Verbandsligisten Spielvereinigung Herten. Janson: „Zum Team gehörte damals auch Rudi Assauer. Er ging damals glaube ich, von Herten zu Borussia Dortmund.“ Assauer wurde später der mächtige Mann auf Schalke. Janson wurde davor schon in der Alpenrepublik Österreich gefeiert. „Es lebe der König“ jubelten ihn die Fans in den zwei Jahren Anfang der70er zu, als er für Austria Salzburg in der 1. Division auflief.

Hinter Peter Grosser, einst 1860 München, und Mittelfeldmann Libuda, nicht der Stan, sondern der Heinz, der vom Hamburger SV gekommen war, musste er sich nicht verstecken. 21 Tore schoss er in seiner ersten Salzburger Saison, gewann mit seinem Klub die damalige  Der Wechsel zu GHZ Graz, wo er zusammen mit dem späteren Schalker Hans Pirkner auf Torejagd ging, bedeutete einen schmerzvollen Karriere-Knick.

Verletzung an der Wirbelsäule Zweikampf im Spiel bei Alpine Donawitz. Peter Pumm, österreichischer Nationalspieler, 1971 überraschend „Fußballer des Jahres“, und später noch für Bayern aktiv, hieß der Gegner, und Janson lag am Ende am Boden. Er hatte sich an der Wirbelsäule verletzt, wurde daran 1976 von Professor Schneider in Köln operiert. Einen Kämpfer wie den agilen Claus wirft so etwas nicht um. Preußen Münster, die nächste Station, war 2. Ligist, Rudolf Fassnacht der Trainer, Benno Möhlmann und Horst Blankenburg die Mitspieler. „Dann hat mich irgendwann Paul Plagge, der Kassierer vom früheren Regionalligisten Lüner SV angerufen. Also lief ich in der Kampfbahn Schwansbell auf“, erinnert er sich. Als dann Ende der 70er Jahre der frühere ungarische Weltklassemann Zoltan Varga beim BV Brambauer - damals als Verbandsligist in der zweithöchsten deutschen Amateurklasse - Spielertrainer war, führte der Weg in das damalige Freibadstadion, die heutige Glückauf-Arena.

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