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Geldautomatensprenger schlagen wieder zu

Düsseldorf. Seit Anfang März fliegt in NRW in fast jeder zweiten Nacht ein Geldautomat in die Luft. Offensichtlich schlagen organisierte Banden wie die sogenannte Audi-Bande wieder verstärkt zu. Geldscheine mit Farbpatronen können den Dieben aber den Spaß verderben.

Geldautomatensprenger schlagen wieder zu

Hinter Flatterband steht ein gesprengter Geldautomat. Foto: Roland Weihrauch/Archiv

Gasexplosionen, völlig zerstörte Geldautomaten und flüchtige Täter - innerhalb von drei Wochen gab es in Nordrhein-Westfalen wieder neun Sprengungen von Geldautomaten. Seit Anfang März haben sich Diebe damit fast in jeder zweiten Nacht an Bankautomaten zu schaffen gemacht haben, wie aktuelle Zahlen des Landeskriminalamtes NRW zeigen. 18 Taten sind seit Jahresbeginn angezeigt worden, die Hälfte davon seit Anfang März. Die Gründe für den erneuten Anstieg seien nicht erkennbar, sagte eine LKA-Sprecherin. Insgesamt lägen die Zahlen auch noch deutlich unter den Spitzenwerten vergangener Jahre.

Besonders spektakulär war das vorletzte Jahr: 136 Automaten flogen NRW-weit 2016 in die Luft. Die Polizei reagiert mit intensiven Ermittlungen, für überführte Täter gab es hohe Haftstrafen von bis zu sechs Jahren. 2017 explodierten dann nur noch 92 Bankautomaten - ein Rückgang von etwa einem Drittel. Der Rückgang könne durchaus mit dem Verfolgungsdruck zusammenhängen, erklärte das LKA 2017. Täter seien vorsichtiger geworden oder suchten sich Ziele in anderen Bundesländern.

Jetzt scheinen sie NRW wieder anzutesten. Die Aussicht auf Beute in fünf- oder sogar sechsstelliger Höhe ist anscheinend zu verlockend. Aktuell steht beispielsweise ein 29-Jähriger aus den Niederlanden in Aachen vor Gericht. Er soll 17 mal Automaten in die Luft gesprengt haben und dabei 660 000 Euro erbeutet haben.

Weiterhin scheint auch die sogenannte Audi-Bande eine Rolle zu spielen, die bei Geldautomatensprengungen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und den Niederlanden immer wieder auftauchte und oft in hochwertigen Autos unter anderem der Marke Audi floh. Im Fokus der Ermittler steht eine Gruppe aus rund 250 marokkanischstämmigen Niederländern aus dem Raum Utrecht und Amsterdam.

Laut Angaben der zuständigen Polizeidienststellen sind viele der Täter bei den jüngsten Sprengungen aber auch zu Fuß oder mit einem Motorroller geflohen. Zuletzt schlugen Täter in der Nacht auf Donnerstag (22.3.) in Ratingen in einem Einkaufszentrum zu. Auch sie leiteten, wie in den meisten Fällen, Gas in den Automaten. Sie erbeuteten eine unbekannte Summe Bargeld. Das dürfte allerdings nicht mehr fürs Brötchenkaufen geeignet sein: Bei der Sprengung löste eine Farbpartone aus - die Geldscheine sind nun als gestohlen markiert.

Ganz sicher aus dem Muster des LKA fiel ein kurioser Diebstahlversuch in Soest: Dort legten die unbekannten Täter vor einigen Tagen ein Stahlseil um den Geldautomaten und zogen mit einem gestohlenen Traktor kräftig an - Riesenschaden am Gebäude, aber der Tresor blieb zu. Die Täter mussten ohne Beute fliehen.

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