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Gentrifizierungsgegner dringen in leerstehende Häuser ein

Berlin. Es wäre die größte Besetzungsaktion seit Langem in der Hauptstadt. In mehreren Stadtteilen verschafften sich am Sonntag Menschen Zugang zu Wohngebäuden. Die Polizei war schnell vor Ort.

Gentrifizierungsgegner dringen in leerstehende Häuser ein

"Leerstand enteignen!" steht in Berlin Neukölln an einer Häuserwand. Gentrifizierungsgegner haben in Berlin aus Protest gegen die prekäre Lage am Wohnungsmarkt mehrere leerstehende Gebäude besetzt. Foto: Jens Kalaene/Symbol

Hausbesetzer sind aus Protest gegen die prekäre Lage am Wohnungsmarkt in Berlin in mehrere leerstehende Gebäude eingedrungen. Die Polizei bestätigte am Sonntag, dass bis zu acht Häuser betroffen seien.

Unklar sei noch, ob es sich um eine kurzzeitige Aktion handele oder eine dauerhafte Besetzung angestrebt werde, sagte Sprecher Winfrid Wenzel.

Transparente seien aus Fenstern gehängt worden. Einsatzkräfte seien vor Ort, würden die Gebäude begehen und das Gespräch suchen, erklärte er weiter. „Klar ist aber, dass wirkliche, echte Besetzungen nicht geduldet werden.“ Bislang sei die Situation entspannt. Die Eigentümer würden kontaktiert.

Der Sprecher der Besetzer kritisierte, Zehntausende Menschen in der Hauptstadt seien wohnungslos und ein immer größerer Teil der Einkommen müsse für steigende Mieten aufgewendet werden. Angesichts der vorherrschenden Gentrifizierung sei es „illegitim, dass Häuser leer stehen“.

Laut einer Mitteilung wollen die Aktivisten etwa in der Bornsdorfer Straße 37b in Neukölln einen „offenen, unkommerziellen Kiezraum“ und „selbstverwalteten Wohnraum“ in 40 Wohnungen und Gewerberäumen schaffen. Das Haus stehe seit Jahren leer. Es habe bereits Verhandlungen mit dem Eigentümer, einem Landeswohnungsunternehmen, gegeben. Es seien auch schon Möbel in das Haus getragen worden.

Man habe mindestens neun Häuser besetzt, erklärte der Sprecher weiter, etwa in Kreuzberg, Neukölln und Friedrichshain. Alle stünden zum Teil leer. Die Besetzungen seien auf Dauer angelegt, hieß es. Unter dem Stichwort #besetzen war die Aktion zuvor im Internet angekündigt worden - ohne genaue Standorte zu nennen.

In manchen Fällen gehe es um Gebäude im Besitz von Landeswohnungsunternehmen, erklärte die Polizei. Da damit klar sei, dass eine Besetzung vom Eigentümer nicht geduldet werde, werde in diesen Fällen der weitere Zugang beschränkt.

Am späten Sonntagnachmittag waren nach Angaben der Aktivisten schon zwei Gebäude - in der Finowstraße/Ecke Frankfurter Allee in Friedrichshain und in der Karl-Marx-Straße 145 in Neukölln - zunächst wieder verlassen. In der Bornsdorfer Straße und in der Reichenberger Straße 114 dagegen seien jeweils etwa 100 Menschen vor Ort - aber auch vor den Gebäuden, sagte der Sprecher der Besetzer. Die Polizei halte sich bislang noch zurück, hieß es.

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