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Gewinner und Verlierer des Sommerwetters

Stuttgart. Endlich ein Eis im Freien: Hoch „Leo“ bringt am Wochenende den Sommer nach Deutschland. Menschen mit heller Haut, Allergiker und Herzkranke sollten sich jedoch gut auf den Sommer vorbereiten.

Gewinner und Verlierer des Sommerwetters

Das Wetter bietet tolle Voraussetzungen, die Umgebung mit Fahrrad, Skateboard und Co. zu erkunden. Am Wochenende werden bis zu 25 Grad erwartet. Foto: Monika Skolimowska

Am Wochenende erwarten Meteorologen dank Hoch „Leo“ Temperaturen von bis zu 25 Grad - und damit den ersten Sommertag des Jahres. Während viele die warme Jahreszeit herbeisehnen, birgt der Temperaturanstieg für einige Menschen auch Gefahren.

DIE VERLIERER

HELLHÄUTIGE: Für Menschen mit heller Haut bedeutet zu viel Sonnenlicht ein erhöhtes Krebsrisiko - und zwar bereits an diesem Wochenende. „Wir haben im April eine natürliche Reduktion der Ozonschicht. Wenn jetzt die Sonne scheint, trifft sie uns fast so stark wie im Hochsommer“, erklärt Hautarzt Eggert Stockfleth. Blonde und Rothaarige könnten in der Aprilsonne schon nach zehn Minuten in der Sonne einen Sonnenbrand bekommen. Stockfleth empfiehlt daher, schon jetzt Sonnenschutz aufzutragen. Am besten ein medizinisches Produkt mit hohem UV-Schutzfaktor. „Alles unter Faktor 30 können Sie vergessen“, so der Experte.

ALLERGIKER: Blühende Bäume und Sträucher gehören für viele zu den schönsten Eigenschaften des Sommers - für etwa 15 Prozent der Deutschen bedeutet die Blütenpracht jedoch triefende Nasen und rote Augen. Mit der Erwärmung komme in den nächsten Tagen der Pollenflug in Schwung, warnt der Deutsche Polleniformationsdienst. Vor allem die bei vielen Allergikern gefürchteten Birkenpollen fliegen am Wochenende durch Deutschland, die Pollen der Haseln sind hingegen schon größtenteils verflogen.

HERZKRANKE: Für Menschen mit Herz- oder Blutdruckproblemen können hohe Temperaturen Müdigkeit, Schwindel oder sogar einen Kreislaufkollaps hervorrufen. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt, sich gemeinsam mit dem behandelnden Arzt auf den Wetterumschwung einzustellen. Bekleidung, Flüssigkeitszufuhr und Medikation sollten dem Wetter angepasst werden. Gefährlich wird es laut Herzstiftung jedoch erst, wenn die Temperaturen auf über 30 Grad steigen.

DIE GEWINNER

EISDIELEN: Der größtenteils kalte März hat das Frühjahrsgeschäft der Eisdielen etwas verzögert. Die Stimmung in der Branche sei dennoch gut, sagt Annalisa Carnio von der Union der Italienischen Speiseeishersteller (Uniteis). Eishersteller lassen sich auch von anderen kulinarischen Berufen inspirieren: Das Uniteis des Jahres, „German Black Forest“, ist die Eiscreme-Version der Schwarzwälder Kirschtorte. Die Gelateria Kaiserbau in Stuttgart hingegen lockt mit der Sorte Rosa Grapefruit-Gin eher Cocktail-Liebhaber.

EINZELHANDEL: Der sich anbahnende Sommer treibt die Menschen in die Läden. Vor allem Bekleidungsgeschäfte würden am Wechsel der Jahreszeiten verdienen, sagt Stefan Hertel vom Handelsverband Deutschland. T-Shirts, kurze Hosen und Sommerschuhe seien traditionell die absatzstärksten Produkte zum Sommerbeginn. Die zweiten großen Gewinner der Jahreszeit sind laut Hertel die Baumärkte. „Balkone und Terrassen wollen möbliert und begrünt werden“. Auch Outdoor-Produkte wie Fahrräder, Roller oder in den vergangenen Jahren zunehmend Trampoline seien im Frühsommer beliebt.

MÜCKEN: Wenn im Sommer die Temperatur von stehenden Gewässern auf mehr als zehn Grad ansteigt, schlüpfen vielerorts Mückenlarven. Je nach Wassertemperatur entwickeln sie sich in fünf bis vierzehn Tagen zum fertigen Insekt. In dieser Zeit versuchen Dirk Reichle von der Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) und seine Kollegen, die Brutstätten aufzusuchen und die lästigen Blutsauger mit biologischen Wirkstoffen zu bekämpfen. Entgegen der landläufigen Meinung hat die Zahl der Mücken nichts mit den Temperaturen im Winter zu tun. „Das ist ein hartnäckiges Märchen“, sagt Reichle. Die Eier der meisten Mückenarten seien sehr resistent gegen Kälte.

BAUERN: Kaum ein Gemüse steht mehr für den Frühlingsanfang als der
Spargel. Landwirte und Händler rechnen damit, dass zum Wochenende
größere Mengen des Edelgemüses angeboten werden. Allerdings müsse
noch mit Preisen von fast 15 Euro pro Kilo gerechnet werden, erklärt
Spargelbauer Rolf Meinhardt vom Tannenhof im hessischen Weiterstadt.
„Jeder hat jetzt schon ein paar Spargel, richtige Mengen gibt es aber
erst zum Wochenende.“ Liebhaber der Stangen können sich mit
steigendem Angebot über sinkende Preise freuen. Zu den diesmal frühen
Ostertagen war das Angebot noch sehr gering und kam hauptsächlich von
den wenigen beheizten Flächen. Trotz Folien auf den Feldern war es
noch zu kalt.

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