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Girokonto: Mehr Durchblick im Gebührendschungel ab November?

Frankfurt/Main. Geldverdienen ist in der Zinsflaute nicht einfach für Banken und Sparkassen. Die Finanzhäuser werden bei den Gebühren kreativer - das erschwert einen Vergleich. Sorgen neue Vorschriften für Abhilfe?

Girokonto: Mehr Durchblick im Gebührendschungel ab November?

Kontoführungsgebühren verschiedener Banken werden auf einem Handydisplay angezeigt. Foto: Jens Kalaene

Die Gebühr für das Premiumkonto steigt, bei einer anderen Bank können Kunden Beträge von weniger als 50 Euro künftig nur noch in Ausnahmefällen kostenlos am Geldautomaten abheben: Deutschlands Finanzhäuser drehen in der Zinsflaute weiter an der Gebührenschraube.

„Die Kosten sind gestiegen, zugleich ist ein Vergleich häufig schwieriger geworden“, sagte Dorothea Mohn, Leiterin des Finanzmarktteams des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) der Deutschen Presse-Agentur.

„Ein Girokonto ist eine Dienstleistung. Es ist nachvollziehbar, dass es etwas kostet. Aber die Kosten müssen transparent und verständlich sein“, forderte Mohn. „Kontoentgelt ist nicht gleich Kontoentgelt. Zusatzkosten machen einen Vergleich schwierig.“ Abhilfe erhoffen sich die Verbraucherschützer durch neue Vorschriften, die Anfang November in Kraft treten. Danach müssen Kreditinstitute Kunden vor Abschluss des Vertrages zur Girokonto-Eröffnung eine Kostenübersicht geben. Zudem müssen die Geldhäuser einmal im Jahr eine Gesamtaufstellung der Kosten einschließlich der Dispozinsen liefern.

„Wir werden sehen, ob das greift“, sagte Mohn. Ob die neuen vordefinierten Kostenübersichten einen echten Überblick über die Kostenunterschiede der Modelle abbilden könnten, müsse sich noch zeigen.

Lange verdienten Finanzinstitute gut daran, dass sie mehr Zinsen für Kredite kassierten, als sie Sparkunden zahlten. Doch die Differenz aus beidem, der Zinsüberschuss, schrumpft in der Zinsflaute. Hatten Banken und einige Sparkassen das Gratiskonto früher gezielt zur Kundenakquise eingesetzt, zwingen auch höhere Kosten und teure Filialen die Institute zum Umdenken.

„Von der Kostenlos-Mentalität müssen wir uns verabschieden“, hatte der Präsident des Genossenschaftsverbandes, Ralf W. Barkey, vor einigen Monaten betont. „Ich glaube, dass wir stärker auf den mündigen Verbraucher setzen müssen. Wir brauchen mehr individuelle Preismodelle je nach tatsächlichem Leistungsbedarf.“

Nach Beobachtung von Sigrid Herbst von der Frankfurter Finanzberatung FMH drehen Banken und Sparkassen vor allem an drei Stellschrauben: Einige erhöhten die Gebühren fürs Girokonto - im Schnitt um ein bis drei Euro. Andere verlangten Entgelte für Überweisungen in Papierform - durchschnittlich 50 Cent bis 2,50 Euro je Transaktion. Bei anderen sei die Girokarte (EC-Karte) nicht mehr kostenlos, sondern schlage mit etwa fünf bis zehn Euro im Jahr zu Buche. „Jeder schaut, wo er noch etwas machen kann“, sagte Herbst.

Obwohl der Gesetzgeber den Kontowechsel deutlich erleichtert habe, hielten die meisten Girokunden ihrer Bank bislang die Treue, so die Erfahrung der Finanzberatung.

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