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HSV und Wolfsburg suchen den Rettungsring

Hamburg. Es wird spannend. Am vorletzten Spieltag könnte der zweite Absteiger aus der Bundesliga feststehen. Das Drama könnte aber auch ein großes Finale bekommen. Der HSV und Wolfsburg beschwören Traditionen.

HSV und Wolfsburg suchen den Rettungsring

Beim Hamburger SV lebt die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Foto: Peter Steffen

Der Hamburger SV ruht in sich und vertraut auf die eigene Stärke, beim VfL Wolfsburg herrscht Aktionismus: Vor dem vorläufigen Höhepunkt im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga setzen die beiden bedrohten Vereine auf höchst unterschiedliche Ansätze. 

Der HSV will den ersten Bundesliga-Abstieg in 55 Jahren nach zuletzt zwei Siegen am Stück um mindestens eine weitere Woche verschieben und dafür bei Eintracht Frankfurt am Samstag (15.30 Uhr) punkten. Beim VfL ist die Angst größer denn je: Schon nach dem Gastspiel bei RB Leipzig könnten die Niedersachsen auf einem direkten Abstiegsplatz stehen.

In der Vorbereitung auf den vorletzten Showdown reiste Trainer Bruno Labbadia mit seinem Team ins Kurztrainingslager nach Thüringen, um die Köpfe der Spieler freizukriegen. Doch selbst dabei ging etwas schief: Nach Informationen des NDR ist der VfL-Mannschaftsbus beim Einparken am Hotel in Teistungen so unglücklich über einen Kantstein gerollt, dass Teile der Verkleidung am Fahrzeug abfielen. Zuschauende Bauarbeiter sollen amüsiert von sich gegeben haben: „Wenn die so spielen, wie sie Bus fahren, dann steigen sie ab.“ Als HSV-Coach war Labbadia bereits zweimal im Kurzzeit-Camp, als es um die Rettung ging. Damals gelang sie erst im allerletzten Moment der Relegation.

Nur noch zwei Punkte fehlen dem HSV (28) diesmal zum Relegationsplatz und dem VfL. Zwischen den Nordclubs entscheidet sich vermutlich der zweite Direktabsteiger. Denn der FSV Mainz als 14. und der SC Freiburg als 15. haben mit 33 Punkten deutlich bessere Aussichten als die beiden Rivalen. Von Zuversicht getragen sind die Mainzer und Freiburger allerdings nicht, schon an diesem Wochenende aus eigener Kraft das rettende Ufer zu erreichen. Mainz muss bei Borussia Dortmund antreten, Freiburg gastiert bei Borussia Mönchengladbach. Weil gerade im Fußball Dinge passieren, die laut Statistik und Papierform nie und nimmer für möglich gehalten werden, sind auch Mainz und Freiburg weiterhin im Abstiegsrennen.

Seit Trainer Christian Titz das Kommando beim HSV übernommen hat, ist es mit der einst desolaten Truppe aufwärts gegangen: drei Siege in den vergangenen vier Spielen. Auch in Frankfurt rechnen sich die Norddeutschen etwas aus. „Frankfurt ergeht es wie uns, sie müssen gewinnen. Sie wollen noch die Qualifikation für die Europa League schaffen und werden dementsprechend alles geben. Es wird ein Spiel auf Augenhöhe mit besonderer Brisanz“, meinte Titz.

Der 47 Jahre alte Coach wacht dabei sorgsam über die Bodenhaftung seiner Schützlinge. „Wir haben nichts erreicht“, ruft er seinen Mannen in Erinnerung. Dabei hielten die Hamburger an ihrer Tradition fest und gingen auf Einladung des Motivationshelden Kyriakos Papadopoulos schon zum vierten Mal zu ihrem Lieblings-Griechen speisen. Aberglaube verpflichtet. „Ich bin kein abergläubischer Mensch. Aber der Mannschaft tut's gut“, sagte Titz.

Anschauungsunterricht holte sich der VfL am Donnerstagabend bei der TV-Übertragung des Europa-League-Halbfinales Atlético Madrid gegen FC Arsenal. Im Eichsfeld will das Team zur Ruhe kommen. „Die Mannschaft soll sich mehr fokussieren und auch runterkommen, um dann konzentriert in das Spiel reingehen zu können“, sagt Labbadia vor dem Auftritt bei RB Leipzig.

Dort sieht der VfL-Trainer seine Mannschaft nicht chancenlos, schließlich haben die Sachsen fünf Pflichtspiele nicht gewonnen und dabei vier Niederlagen kassiert. Die Wolfsburger Bilanz liest sich jedoch wie die eines Absteigers. Das VW-Team gewann nur eines der letzten zwölf Bundesligaspiele und stellt mit nur zehn Treffern die schwächste Offensive der Rückrunde.

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