Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Alzheimer: Diagnose will keiner gerne hören

Dr. Ott sprach über Formen der Demenz

24.05.2007

Haltern Dr. Karl Ott beschrieb die Zukunft schonungslos ehrlich: Gegen Alzheimer-Demenz kann man nichts tun, dieses Gen tragen alle Menschen in sich. «Wir müssen nur alt genug werden», ein ernstes Thema bereitete der Chefarzt der Geriatrie im Gertrudis-Hospital Herten sehr praxisnah und im Laufe seines zweistündigen Vortrages mit einer Spur Humor auf. Und auch sehr persönlich. Den vielen Fragen aus dem Publikum konnte der Internist nicht nur aus beruflicher, sondern auch privater Erfahrung begegnen. Verwirrtheit müsse man sich sinnbildlich als Wollknäuel vorstellen, das durcheinander geraten sei. Oder im Theaterjargon gesprochen: «Bei der Verwirrtheit geht ein Scheinwerfer nach dem anderen aus.» Wahrnehmung, Denkvermögen, Wachheit und Gedächtnis verschwinden im Dunkel. Dr. Ott differenzierte in seinem Vortrag über das Krankheitsbild die verschiedenen Formen von Demenz. Patienten können akut verwirrt sein: durch eine körperliche oder psychische Erkrankung und ebenso durch die Einnahme bestimmter Medikamente. Umgebungswechsel, reizarmes Umfeld, Unruhe, Überforderung und Ungeduld der Betreuenden können die Verwirrtheit noch verstärken. Vor einer Therapie sei eine genaue Diagnose unerlässlich. Die Demenz als fortschreitende Hirnerkrankung hingegen sei nicht heilbar. «Medikamente verlangsamen allenfalls den Verlauf», betonte Dr. Ott. Ursachen für eine Demenz können beispielsweise ein Schlaganfall oder Alzheimer sein. Alzheimer, so führte der Mediziner aus, beginnt schleichend und fällt vor allem im Schutzes eines Ehepartners zunächst nicht auf. Erstes Symptom ist das Vergessen bei komplexen Aufgaben. «Die Diagnose Alzheimer will dann niemand gerne hören», kennt Dr. Ott die Befindlichkeiten. Am Ende eines jahrelangen Prozesses fällt der Patient in das Stadium eines Säuglings zurück. Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen und Übergewicht fördern die Demenz. Schon im frühen Stadium sei wichtig, mit dem Demenzkranken zu besprechen, wohin der Weg geht. Dann habe dieser noch eine Chance der Mitbestimmung. Aber nicht jede Vergesslichkeit sei grundsätzlich ein Anzeichen von Demenz. «Es gibt auch die soziale selektive Demenz», schmunzelte Dr. Ott. «Dinge, die man nicht tun will, vergisst man einfach wieder.» esc

Schön, dass Sie sich für diesen Artikel interessieren.
Er ist Teil von HZ+, dem neuen exklusiven Angebot der Halterner Zeitung.

Registrieren Sie sich einfach kostenlos und unverbindlich,
schon können Sie weiterlesen.
Mit Google
Mit Amazon
Oder registrieren Sie sich mit Ihrer E-Mail:

Mit Ihrer Registrierung erklären Sie sich mit unseren AGBs und unserer Datenschutzerklärung einverstanden