Eltern finanzieren Halterner Spielplatz mit eigenen Mitteln

Am Paulskamp werden die letzten Arbeiten beendet

Mit vereinten Kräften hat die Sythener Elterninitiative Spielplatzritter das Gelände am Paulskamp fertiggestellt. Und viel Geld vorgestreckt.

Am Paulskamp werden die letzten Arbeiten beendet

Die Kinder sind von dem neuen Spielgerät auf dem Spielplatz Paulskamp in Sythen begeistert.

Eigentlich fehlen den Spielplatzrittern in Sythen noch 6000 Euro, um den Spielplatz Paulskamp fertigzustellen. Die vier Elternpaare, die 2015 eine Initiative gegründet hatten, um die von der Schließung bedrohte Fläche zu erhalten, haben dennoch mit dem zweiten Bauabschnitt begonnen. Dafür sind sie bei der Finanzierung des Spielgeräts in Vorleistung gegangen.

„Wir wollten endlich fertig werden. Wir machen das jetzt auf eigenes Risiko“, erklärt Oliver Giese und meint damit die finanzielle Situation. Gemeinsam mit Ehefrau Anika sowie Michael Eismann und Corinna Blum, Christoph und Heike Sieg und Klaus und Petra Pieper erledigt er in diesen Tagen die letzten Arbeiten. Die Kinder der Spielplatzritter haben das Gelände aber natürlich bereits begutachtet – und einhellig für „toll“ befunden. Begeistert nahmen sie das Spielgerät, das für Kinder von drei bis zwölf Jahren geeignet ist, schon in dieser Woche in Beschlag.

Der Turm mit Rutsche und Wackelbrücke wurde um eine dynamische Schienenbahn, ein Kletternetz und einen Zeitmesser erweitert. Für kleinere Kinder gibt es zusätzlich einen gesonderten, mit Robinienstämmen eingefassten Sand-Spielbereich mit Schaufeln, Förmchen, Eimern und vielen Kunststoffautos.

Am 9. Juni soll der Spielplatz Paulskamp offiziell mit einem Ritterfest eingeweiht werden, Interessierte sind eingeladen. Auch ein Vertreter der Stadt, die den Platz ursprünglich aufgrund dringend notwendiger Sparmaßnahmen hatte schließen wollen, wird anwesend sein.

Einzigartige KooperationDie Spielplatzritter haben mit der Stadt Haltern einen Vertrag ausgehandelt. Danach ist der Verein für die Anschaffung des Spielgeräts und die Pflege des Geländes wie beispielsweise das Rasenmähen zuständig. Die Stadt kümmert sich im Gegenzug um den Sand und Baumarbeiten und repariert bei Bedarf Gelände, Beleuchtung und Zaun.

Diese Art der Kooperation ist bislang einzigartig in Haltern. „Viele Eltern haben aber schon bei uns nachgefragt, wie die Initiative funktioniert“, sagt Oliver Giese. Denn etliche Spielplätze sollen künftig noch in Haltern geschlossen werden. Mancherorts stößt die Politik auf den Widerstand von Eltern.

Rund 20.000 Euro haben beide Bauabschnitte auf dem Sythener Spielplatz gekostet. „Wir haben sehr viele Spenden bekommen – ein paar große und viele kleine“, erklärt Oliver Giese. 6000 Euro müssen aber zunächst mal noch gesammelt werden. Die Spielplatzritter sind für jede Unterstützung dankbar.