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Brunnenwasser in Sythen ist ab Freitag tabu

Schadstofffahne

In ganz Sythen darf - mit Ausnahme der Stockwiese - kein Grundwasser aus privaten Brunnen mehr gefördert und genutzt werden. Diese Verfügung des Kreises Recklinghausen tritt am Freitag (8. April) in Kraft.

SYTHEN

, 08.04.2016
Brunnenwasser in Sythen ist ab Freitag tabu

Diese Karte des Kreises Recklinghausen zeigt die Sythener Verbotszone. In diesem Bereich darf kein Wasser aus privaten Brunnen mehr entnommen werden.

Karl-Heinz Reckert (Leiter Fachdienst Umwelt beim Kreis) hatte dieses Verbot bereits Ende Februar im Ausschuss Stadtentwicklung und Umwelt angekündigt. Grund sind hochgiftige Rückstände aus der Granatenproduktion zwischen 1916 und 1922 im Sythener Werk der Wasag-Chemie. Diese Rückstände breiten sich im Grundwasser weiter aus und erreichen bis 2050 den Mühlenbach, im Jahr 2100 den Halterner Stausee (wir berichteten). Das haben Untersuchungen sowie das im Auftrag der Gelsenwasser AG erstellte Grundwassermodell gezeigt.

1300 Haushalte betroffen

"Um die Gesundheit der Anwohner und die Umwelt im betroffenen Bereich nicht zu schädigen, muss das bestehende Grundwasser-Nutzungsverbot nun ausgeweitet werden", teilte am Donnerstag Kreis-Pressesprecher Jochem Manz mit. Wer spezielle Fragen dazu hat, kann beim Fachdienst Umwelt Datenmaterial einsehen. In dem gesamten Verbotsgebiet befinden sich etwa 1300 Haushalte. Da die Grundwassernutzung bisher nicht anzeigepflichtig war, weiß der Kreis nicht, wie viele Brunnenbetreiber durch die neue Verfügung tatsächlich betroffen sind.

Man sieht, riecht und schmeckt die Schadstoffe nicht, das verführt zu Leichtfertigkeit. Karl-Heinz Reckert appellierte schon im Ausschuss an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger. "Diese Kontaminierung ist eine absolute Besonderheit, sie ist in dieser Größe deutschlandesweit einzigartig".

Trinkwasser einwandfrei

Im Jahr 2010 hat der Kreis erstmals ein Grundwassernutzungsverbot ausgesprochen. 2013 ist es zum ersten Mal erweitert worden. Lediglich das Freibad und der Prickingshof dürfen künftig noch Grundwasser entnehmen: Am Freibad wurden keine sprengstofftypischen Verbindungen nachgewiesen, der Prickingshof hat eine Aktivkohle-Anlage vorgeschaltet.

Die WDR-Nachrichten berichteten Donnerstagmittag, dass das Trinkwasser in Haltern am See nicht überall nutzbar sei. Das war eine Fehlmeldung, korrigiert die Gelsenwasser AG. "Das Trinkwasser aus dem Wasserwerk Haltern ist einwandfrei und kann wie gewohnt für alle Zwecke im Haushalt verwendet werden", schreibt Pressesprecher Felix Wirtz in einer Mitteilung.

Unterlagen sind im Kreishaus, Kurt-Schumacher Allee 1 in Recklinghausen (Zimmer 3.3.10) einzusehen. Der Text und die dazu gehörende Karte können auch unter der gleichen Adresse angefordert oder im Internetangebot des Kreises Recklinghausens abgerufen werden:

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