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Das ist der neue König von Hamm-Bossendorf

Hermann Bennemann gewinnt Rekordschießen

Hermann Bennemann ist der neue Schützenkönig von Hamm-Bossendorf. Beim Vogelschießen am Samstag stellten er und die Schützen mit den meisten Schüssen wohl einen neuen Rekord auf.

von Mark Pillmann

HAMM-BOSSENDORF

, 10.06.2018
Das ist der neue König von Hamm-Bossendorf

Das Königspaar präsentierte sich direkt nach dem Schießen zum ersten Mal seinem Volk: König Hermann Bennemann hatte den Vogel abgeschossen. Seine Königin heißt Martina Appelhoff. © Mark Pillmann

„Keine Sorge, wir brauchen nicht so lange wie die Lavesumer.“ So klang die versichernde Ansage kurz vor dem Beginn des Vogelschießens am Samstag um 15 Uhr. Bis Hermann Bennemann aber den letzten Fetzen des Schützenvogels von der Vogelstange schoss, war es noch ein langer Weg, den wir hier protokollieren.

15 Uhr: Die Schlange vor der Vogelstange ist lang. Jeder der Schützen giert auf eine der Insignien des Schützenvogels „Herma Agrippina von Bossen“. Alle sind gut gelaunt und eröffnen mit Kleinkalibergewehren das Feuer auf den Holzvogel.

15.15 Uhr: Es dauert keine 15 Minuten, da fällt bereits das erste Stück. Nach nur 23 Schuss kann Sebastian Marquardt die Krone in der Hand halten. Die Ansage eines kurzen Vogelschießens scheint aufzugehen. Die Menge freut sich. Denn auch wenn die 30 Grad im Schatten angenehm sind, so lange wie in Lavesum (das Schießen dauerte dort bis 20.10 Uhr und endete mit dem 684. Schuss) möchte niemand auf den neuen König warten.

15.38 Uhr: Das Schützenvolk jubelt. Nach nur 75 weiteren Schüssen fällt bereits das Zepter. Kelvin Bütow heißt der Schütze. Fünfzehn Minuten später schießt Horst Kißkamp den Reichsapfel ab.

16 Uhr: Es ist an der Zeit, dem Vogel die Flügel zu stutzen. Die Schützen konzentrieren jetzt ihr Feuer. Trotzdem dauert es eine weitere halbe Stunde und 136 Schuss aus den Kleinkalibergewehren, bis der erste Flügel fällt. Der spätere König Hermann Bennemann schießt den linken vom Rumpf. Es dauert nicht lange, bis auch der rechte Flügel fällt. Keine 20 Schuss und gerade einmal elf Minuten später stutzt Michael Gunia dem armen Federvieh auch den rechten Flügel. Die Schützen sind zuversichtlich, wechseln von kleinem Kaliber auf Schrot und bereiten das eigentliche Königsschießen vor.

17 Uhr: Mittlerweile hat der Vogel rund 400 Schüsse eingesteckt. Nach und nach lichten sich die Reihen vor der Stange, bis nur noch Manfred Appelhoff und Hermann Bennemann übrig sind. Sie wollen das Schießen nun unter sich aus machen. Die meisten rechnen jetzt damit, dass der Vogel innerhalb der nächsten 45 Minuten fällt.

18 Uhr: Die Hitze und das andauernde Schießen setzen auch den Gewehren zu, die regelmäßig nach 50 Schuss gewechselt werden müssen. Von „Herma Agrippina von Bossen“ ist nicht mehr viel übrig. Der Rest klammert sich aber förmlich an die Stange. Die Schützen witzeln über den Vogelbauer, einer der Söhne von Hermann Bennemann, und coachen die Königsschützen. Das Ziel ist mittlerweile so klein, dass die Schützen in erster Linie den Schießkasten auseinandernehmen.

18.45 Uhr: Die Schützen gehen vom Schlimmsten aus: Der verbleibende Vogel scheint so klein zu sein, dass er nicht mehr geschossen werden kann. Sie beschließen: Wenn bis 19 Uhr kein Sieger feststeht, muss der König per Münze bestimmt werden. Das wäre das erste Mal in Halterns Geschichte, dass ein König nicht durch ein Vogelschießen bestimmt werden kann.

18.55 Uhr: Keiner der beiden Königsschützen hat noch wirklich Lust. Manfred Appelhoff denkt darüber nach, die Königswürde einfach so an Hermann Bennemann abzutreten. Doch dann erfüllt ein Jubel den Festplatz. Hermann Bennemann hat den Vogel gerade beinahe abgeschossen. Nur noch wenige kleine Holzsplitter halten den Vogel an der Stange. Manfred Appelhoff tritt jetzt zurück. „Das hast du dir mehr als verdient“, sagt er zu Hermann Bennemann, der nun alleine auf den Vogel schießt.

18.59 Uhr: Nur eine Minute bevor die Entscheidung durch einen Münzwurf hätte fallen sollen, fällt stattdessen „Herma Agrippina von Bossen“ endlich – mit dem 772. Schuss! Neuer Rekord, wie Schießwart Jürgen Wortmann versichert.

Für die nächsten zwei Jahre wird jetzt Hermann 2. Bennemann über Hamm-Bossendorf regieren. An seiner Seite Martina 1. Appelhoff. Letztlich sind so beide Königsanwärter Teil des Throns. Mehr als verdient nach diesem Rekordschießen.

Großer Thron

Ein großer Thron regiert in den kommenden zwei Jahren nun über Hamm-Bossendorf. Dem Königspaar Hermann 2. Bennemann und Martina 1. Appelhoff werden in den kommenden zwei Jahren nicht nur das Prinzenpaar Manfred Appelhoff und Maria Bennemann zur Seite stehen. Unterstützt werden sie zudem von Martin Seine und Katrin Laakmann, Dirk und Ulrike Haacke, Axel und Britta Gagzow, Monika und Christian Schulte-Lünzum sowie Dorothea Appelhoff samt Lebensgefährte:

Das ist der neue König von Hamm-Bossendorf

Der Thron © Mark Pillmann

Kinderschützenfest

Weitaus ruhiger und planmäßiger ging es dagegen am Samstagmittag beim Kinderkönigsschießen zu. Wie bei dem großen Schützenfest wurde auch der Kinderschützenkönig feierlich gegen 11 Uhr von den Schützenbrüdern und -schwestern abgeholt und zum Festzelt begleitet.

Nach der Parade zum Festzelt stand dann ab 12 Uhr für die Kinder ein eigenes Kinderschützenfest an: Umstehende Buden boten Knabbereien und Süßigkeiten, es gab ein Karussell, mit dem die Kinder fahren konnten. Sogar ein Magier-Clown wurde extra für das Kinderschützenfest gebucht.

Schießen mit mit Armbrust und Bolzen

Gegen 13 Uhr traten die Kinder dann im Schatten des großen Schützenvogels zum Kinderkönigsschießen an. Mit Armbrust und Bolzen schoss jedes der Kinder insgesamt sechs Mal auf das Ziel an der Festzeltwand. Bereits beim ersten Durchlauf schlug der alte Kinderschützenkönig Michael Damrat den dann noch amtierenden Krikedienkönig Kevin Bennemann haushoch, der zum Spaß vorher eine Serie geschossen hatte, und setzte sich zudem von den anderen Kindern ab. Nur Gerrit Kuhlmann schaffte es, den Anschluss an Damrat nicht zu verlieren. Während Gerrit Kuhlmann seine Leistungen auch im zweiten Durchlauf steigern konnte, verschoss Michael Damrat zwei der Bolzen und verlor dadurch seine Führungsposition. Mit einem hervorragenden Trefferbild schoss sich Gerrit 1. Kuhlmann damit zum neuen Kinderschützenkönig. An seiner Seite wird für die kommenden zwei Jahre Sophia 1. Glav regieren.

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Gerrit Kuhlmann erkämpfte sich den Titel des Kinderschützenkönigs. Seine Königin ist Sophia Glav. © Mark Pillmann

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