Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Dorstener Kino in arger Bedrängnis

HOLSTERHAUSEN Wird in Dorsten bald die Kino-Leinwand endgültig dunkel? Diese bange Frage drängte sich auf, nachdem Bernhard Brüggemann, Eigentümer des Central-Kino-Centers, Ende Mai Insolvenz anmelden musste.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 02.06.2008
Dorstener Kino in arger  Bedrängnis

Martin Brüggemann soll die Rolle des Kino-Chefs übernehmen.

Aber Insolvenzverwalter Werner Mühlenbrock, der schon 1500 Verfahren abgewickelt und oft zu einem guten Ende geführt hat, ist sehr zuversichtlich: „Ich bin davon überzeugt, dass wir eine Lösung zum Erhalt des Kinos finden und kein Arbeitsplatz in Dorsten verloren gehen wird.“ Zusammen mit Bernhard und Martin Brüggemann arbeitet der Gelsenkirchener Anwalt derzeit intensiv an Konzepten, wie das Kino-Center finanziell wieder flott und zukunftstauglich gemacht werden kann. Mühlenbrock: „Eine erste Prüfung hat ergeben: Die Substanz ist da, um das Dorstener Kino lukrativ zu betreiben.“

Zwei schlechte Film-Jahre

Wie konnte es zu dieser Notlage kommen? Dafür gibt es wohl eine ganze Reihe von Gründen, die sich schleichend summierten und jetzt zur Brüggemann-Insolvenz führten. Zwei schlechte Film-Jahre mit weltweit sinkenden Besucherzahlen, hohe Kosten durch den Erwerb und Betrieb von zeitweise insgesamt vier Kino-Zentren in mehreren deutschen Mittelstädten, der Ausstieg eines Teilhabers - es kam einiges zusammen. Inzwischen hat Brüggemann sein besonders kostenträchtiges Lichtspielhaus in Emsdetten abgegeben. Wie in Dorsten sind die Kinos in Salzgitter und Zeitz ebenfalls von der Insolvenz betroffen. Insgesamt beschäftigt Brüggemann 17 festangestellte Mitarbeiter, davon sieben in Dorsten, wo noch 15 Aushilfskräfte dazu kommen.

Für alle drei Center gibt es eine Lösung

„Für alle drei Kino-Center zeichnen sich Einzellösungen ab“, geht der Insolvenz-Verwalter davon aus, dass in Zukunft das Dorstener Kino separat betrieben wird, möglicherweise unter der Regie von Martin Brüggemann, dem Sohn des bisherigen Eigentümers. Aber das steht noch nicht fest. Sicher ist dagegen, dass kein Kinobesucher vor verschlossenen Türen stehen wird: „Filmfreunde kommen in Dorsten nach wie vor auf ihre Kosten, alles geht wie gewohnt weiter“, verspricht Mühlenbrock. Denn als Erstes sei mit den Verleihern geregelt worden, dass alle aktuellen Kino-Hits über örtliche Leinwände flimmern.

 

Lesen Sie jetzt