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Ehrenamtlerin verteilt Streicheleinheiten an tierische Therapeuten

LWL-Klinik

„Dass ich mal Tiere in der Kinder- und Jugendpsychiatrie versorge, hätte ich mir nie träumen lassen“, sagt Ute Kahlert-Friebe. Sie arbeitet als Ehrenamtlerin in der LWL-Klinik in Marl.

Haltern

09.08.2018
Ehrenamtlerin verteilt Streicheleinheiten an tierische Therapeuten

Die Esel Friedemann und Martha genießen die Streicheleinheiten von Ute Kahlert-Friebe. © LWL/Seifert

Durch eine Freundin ist die ehemalige Halternerin Ute Kahlert-Friebe, die heute in Billerbeck wohnt, auf das Angebot der tiergestützten Therapie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in der Haard aufmerksam geworden. „Als ich hörte, dass hier Esel, Meerschweinchen, Kaninchen, Schafe, Ziegen und sogar Damwild als Co-Therapeuten agieren, war ich sofort interessiert“, erinnert sich die gelernte Medizinisch-Technische Assistentin.

„Ich war nicht auf der Suche nach einem Job“

Im Haard-Dialog, einer Informationsveranstaltung der Fachklinik für Eltern und andere Interessierte, erfuhr Ute Kahlert-Friebe, wie die insgesamt 30 Therapie-Tiere Kindern und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen beim Gesundwerden helfen. Die Vierbeiner dienen zum Beispiel als „Eisbrecher“ zwischen Patienten und Fachtherapeuten, motivieren junge Patienten, sie zu füttern oder zu pflegen und helfen ihnen so ganz nebenbei, wieder Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit zu lernen.

„Mir war gleich klar, dass ich ohne eine entsprechende Ausbildung nicht mit den Patienten arbeiten kann“, so die Ehrenamtlerin, „schließlich war ich ja auch nicht auf der Suche nach einem Job.“ Aber bei der Versorgung von Esel Friedemann, seiner Eselgattin Martha und ihren Freunden wollte die 58-Jährige gerne helfen. Und das ganz ohne Bezahlung. Nach einer Hospitationswoche im zwei Hektar großen Tiergehege der Klinik waren sich sowohl Fachtherapeutin Petra Wiethoff als auch Ute Kahlert-Friebe einig: Die Chemie zwischen Mensch und Tier stimmt. Damit stand einem ehrenamtlichen Einsatz nichts im Wege.

„Dass ich keinen Lohn bekomme, stimmt keinesfalls“

„Jetzt komme ich an einem Tag in der Woche in die LWL-Haardklinik, miste Ställe aus, striegel die Esel, füttere das Damwild oder begleite die Patienten und ihre Therapeuten auf Eselwanderungen“, erzählt Ute Kahlert-Friebe, die freiberuflich als „ganzheitlich Integrative Atemtherapeutin“ arbeitet. „Dass ich keinen Lohn für meine Arbeit bekomme, stimmt keinesfalls“, betont sie. Denn wenn sie abends nach Hause fahre, wisse sie, dass sie sich als ehrenamtliches Teammitglied in der tiergestützten Therapie für eine gute Sache eingesetzt habe. „Außerdem tut die Beschäftigung mit Esel Friedemann, Kaninchendame Lady Gaga, Ziegenbock Josef, Meerschweinchen Trudi und ihren Freunden auch meiner Seele gut.“ Das ließe sich nicht mit Geld bezahlen.