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Einmal durchs Maislabyrinth der Familie Terhardt

Irrwege im Feld

Mit Tom und Sabrina Gromzik und Ralf Bücker aus Hullern waren wir unterwegs im Maislabyrinth der Familie Terhardt in Lippramsdorf. Verlaufen haben wir uns zwar nicht, aber der Weg durchs Labyrinth war nicht gerade einfach zu finden.

LIPPRAMSDORF

, 26.08.2017

Links, rechts, nochmal rechts, Sackgasse. Wieder stehen Tom und Sabrina Gromzik und Ralf Bücker vor einer Wand aus Mais. Doch aufgeben gilt nicht. Sie wollen alle Stempel im Maislabyrinth der Familie Terhardt in Lippramsdorf finden.

Eine halbe Stunde irrt die Familie aus Hullern schon durch das Maisfeld. „Die ersten vier Stempel waren einfach, die haben wir schnell gefunden. Aber die letzten zwei werden gerade zum Problem“, sagt Ralf Bücker. Er ist sich sicher: „Wir müssen irgendwie in den anderen Teil des Feldes kommen.“

Orientierung geht schnell verloren

Leichter gesagt als getan. Denn die Orientierung haben die drei schon lange verloren. „Hier sieht alles gleich aus“, sagt Sabrina Gromzik. Aber der achtjährige Tom lässt sich davon nicht abschrecken. Selbstbewusst lotst er die Erwachsenen durch das Labyrinth.

„Komischerweise finden Kinder häufig schneller wieder raus als Erwachsene“, sagt Anne Vahnstiege von der Betreiberfamilie. Verlaufen haben sich schon viele – das macht schließlich den Spaß aus. Gerettet werden musste aber noch niemand. „Das Feld ist ja nicht eingezäunt. Zur Not kann man also einfach durch die Maisreihen laufen und findet irgendwann raus“, sagt Vahnstiege.

"Es ist ja lange hell heute"

So verzweifelt sind Tom, Sabrina und Ralf noch nicht. Aber so langsam brauchen sie ein Erfolgserlebnis. „Wir laufen direkt auf einen Stempel zu, das habe ich im Gefühl“, sagt Ralf Bücker. Und tatsächlich: Hinter der nächsten Ecke steht ein kleiner, hüfthoher Kasten mit einem Stempelkissen und einem Stempel. Tom rennt darauf zu, lässt dann aber enttäuscht die Schulter hängen. „Es ist der Seestern, den haben wir schon“, sagt der Achtjährige. Also weitersuchen. „Es ist ja lange hell heute“, sagt Sabrina Gromzik lachend.

Es ist warm in den engen Gassen, die Luft steht. Ab und zu hört man lachende Kinder vom Spielplatz vor dem Feld oder andere Familien im Labyrinth. Aber die meiste Zeit ist es still, nur die Maispflanzen rascheln im Vorbeigehen. Obwohl es an diesem Tag sehr voll ist, begegnet die Familie nur selten anderen Menschen.

Eineinhalb Kilometer Wege ins Maisfeld gemäht

Das ist auch kein Wunder: Schließlich sind die Wege in dem dreieinhalb Hektar großen Maisfeld in Lippramsdorf insgesamt rund eineinhalb Kilometer lang. Den Plan dafür macht Petra Klus, die Schwester von Anne Vahnstiege. Sie zeichnet die Wege zuerst auf Papier. „Um Pfingsten herum ist der Mais dann ungefähr kniehoch und man kann die Wege mit einem Sitzrasenmäher in das Feld mähen“, sagt Klus.

Von oben kann man in diesem Jahr sogar eine Sonne erkennen. „Wir haben auch schon mal einen Trecker ins Feld gemäht“, sagt Klus. „Und das Labyrinth ist jedes Jahr schwieriger geworden.“ Dabei sieht es auf dem Plan eigentlich ganz einfach aus: Die Stempel sind gleichmäßig im Feld verteilt, zu jedem führt ein Weg. Aber diesen auch zu finden, ist gar nicht so einfach.

Die Verzweiflung wächst

„Schon erstaunlich, wie hoch der Mais ist, wenn man davor steht“, sagt Sabrina Gromzik. Die Familie hat inzwischen den vorletzten Stempel gefunden. Jetzt fehlt noch einer – die Palme. Und die Verzweiflung wächst. „Ist das da ein Pfeil auf dem Boden? Hat hier jemand Hinweise hinterlassen?“, fragt Sabrina Gromzik nicht ganz ernst.

„Komm, wir fragen jetzt jemanden“, sagt Ralf Bücker. Doch die erste Familie, die ihnen entgegenkommt, kann nicht helfen. „Wir haben noch gar keinen Stempel gefunden“, sagt eine ältere Dame. Von der nächsten Begegnung im Mais kommt dann der entscheidende Tipp: „Den Palmen-Stempel haben wir als erstes gefunden. Der steht ganz nah beim Eingang.“

Überblick auf dem Sandberg verschaffen

Aber welcher Weg führte nochmal zum Eingang zurück? Tom hat einen Plan: Auf zum Sandberg und von oben einen Überblick verschaffen. „Der Sandberg mit der Rutsche ist das einzige Spielgerät, das noch im Maisfeld steht“, sagt Anne Vahnstiege. Angefangen hat alles vor rund 15 Jahren nur mit dem Labyrinth und ein paar Attraktionen im Feld. Heute fällt das Maisfeld zunächst gar nicht auf, wenn man das Gelände betritt. Ins Auge fallen eher der kleine Pool mit Booten, die riesige aufgeblasene Rutsche, die Kettcars, die Seilbahn und die Strandkörbe.

Aber bevor der achtjährige Tom sich hier vergnügen kann, will er unbedingt noch den letzten Stempel finden. Den Eingang haben die drei inzwischen gefunden. „Jetzt müssen wir einfach alle Wege hier in der Nähe abgehen“, sagt Tom und rennt voraus. Links, rechts, wieder links, Sackgasse. Also zurück zur letzten Abzweigung. Rechts, wieder rechts – da ist er. Ein Stempel. Aber ist es auch der richtige?

Der letzte Stempel

Eine andere Familie stempelt gerade ihre Karten ab. „Ist es die Palme?“, fragt Tom aufgeregt. „Ja“, lautet die Antwort. Während Tom aufgeregt herumspringt, zückt Ralf Bücker sein Handy. 15.49 Uhr. „Genau eine Stunde haben wir gebraucht“, sagt er. „Jetzt müssen wir noch wieder rausfinden.“ Aber das ist schnell geschafft. Nachdem die Familie ihre Stempelkarten abgegeben hat, um an der Verlosung teilzunehmen, macht sie es sich mit einem Eis auf der Strohburg gemütlich. Und dank des großen Spielplatzes ist der Ausflug nach Lippramsdorf noch nicht vorbei.

Das Maislabyrinth Terhardt, Heidkantweg 90, ist dienstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr geöffnet.
Spuknächte für Kinder und Erwachsene finden am 30. September, 14., 21. und 28. Oktober (samstags) von 19 bis 22 Uhr statt. Dazu sollte eine Taschenlampe mitgebracht werden.
Die aktuelle Saison läuft noch bis zum 28. Oktober. Der Eintritt kostet für Kinder und Erwachsene 4 Euro.