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Erlebnisbericht: Vom Casting für "Schlag den Raab"

HALTERN „Dabeisein ist alles“ reicht hier nicht! Bei dem Casting für die Pro 7-Show „Schlag den Raab“ muss man vielseitige Qualitäten mitbringen. "Ich weiß es, denn ich war dabei", erzählt Nicola Grunwald aus Haltern.

08.10.2008

"Anfang September habe ich mich spontan bei der Show beworben. In den Teilnehmerstatuten wurde mehrfach betont, dass die möglichen Kandidaten nicht ausgelost, sondern anhand ihrer Bewerbung ausgewählt werden. Obwohl ich so gar nicht in das Schema der bisherigen Herausforderer passte, habe ich meine Online-Bewerbung abgeschickt.

Einladung fürs Casting

Schon nach rund eineinhalb Wochen bekam ich eine Mail, dass ich für das nächste Casting ausgewählt worden bin und meine endgültige Teilnahme telefonisch bestätigen soll. Zwei Tage habe ich mir Zeit gelassen, denn zwischenzeitlich war wieder eine neue Ausgabe der Show, die mich an meiner Zurechnungsfähgkeit zweifeln ließen. Wie kam ich nur auf den schmalen Pfad, dort eine Chance zu haben?

Für die Frauen-Quote?

Egal, so eine Gelegenheit kommt nicht wieder. Also rief ich den zuständigen Castingleiter an. Während des sehr netten Telefonats habe ich ihn dann natürlich auch gefragt, wieso ich genommen worden bin - für die Frauenquote? Immerhin habe ich weder als Assistentin der Geschäftsleitung einen besonders ausgefallenen Beruf, noch ist mein sportliches Hobby Bladen sonderlich exotisch. Er bestätigte, dass die Anzahl der ausgewählten Frauen in der Tat sehr niedrig ist, aber meine Bewerbung hätte das Casting-Team überzeugt.

Die Auswahlkriterien

Die ausschlaggebenden Kriterien sind: Ob Größe und Gewicht in einer vernünftigen Relation stehen; dass die Hobbys zum Teil im sportlichen Bereich sind; dass alle Angaben grammatikalisch fehlerfrei geschrieben worden sind und vor allem dass der freie Text (die eigentliche Bewerbung) originell ist. Das traf dann wohl mal zu.

Gutaussehende Männer - und intelligent

Insgesamt wurden von zigtausend Bewerbern nur 200 Leute zu vier verschiedenen. Terminen nach Köln eingeladen. Soweit die Kür, dann aber folgte die Pflicht. Schon beim betreten der Sporthalle, dem Castingort, bekam ich große Augen. Es waren rund 50 Teilnehmer, davon nur 6 Frauen. 90 Prozent der Männer sahen umwerfend gut aus und verfügten tatsächlich auch noch über eine hohe Intelligenz. Alleine für diesen Anblick lohnte sich die Anreise am frühen Samstagmorgen - ich war im Paradies. An der Stelle wusste ich noch nicht, ob es ein Vorteil oder ein Nachteil ist, zu den mit Abstand ältesten Teilnehmern zu gehören. Das durchschnittliche Alter lag bei 22-29 Jahren. Ich mit meinen fast 38 Jahren bekam da ja fast schon mütterliche Gefühle.

Wie hieß der erste Hund auf dem Mond?

Zuerst kam der organisatorische Teil: umziehen, anmelden, Foto machen und der persönliche Fragebogen. Aber dann wurde es ernst. Nach ausführlicher Ablauferklärung folgte begann der Wettstreits –der Allgemeinwissenstest!50 Fragen aus den Bereichen Kunst, Kultur, Film, Musik, Innen-/Außenpolitik, Geschichte, Geografie, Mathe & Sport und das in nur zehn Minuten. Hier trennte sich schon die Spreu vom Weizen, nur ein Drittel bestand diesen Test. An dieser Stelle möchte ich mir mal diskret bis heftig auf die Schulter klopfen, denn bis auf die Sportfragen konnte ich fast alle korrekt beantworten – sogar: „Wie hieß der erste Hund auf dem Mond?“

Sport mit und gegen Broker und Berufssoldaten

Nach sehr kurzer Pause, um sich aufzuwärmen, ging es weiter mit dem Sporttest. Wir wurden in Teams zu je sechs Leuten und innerhalb des Teams noch mal in Zweier-Gruppen aufgeteilt. Bis dahin war es noch lustig, doch was dann folgte ließ sogar die fitten Broker, Marathonläufer, Berufssoldaten und Co umkippen. Es gab sechs verschiedene Stationen, die auf den ersten Blick ganz leicht zu bewältigen schienen, es aber ganz schön in sich hatten. Obwohl ich nur noch über eine sehr mittelmäßige Kondition verfüge, konnte ich meinen „Gegner“ (Typ Surferboy) an vier Stationen punktemäßig schlagen. Kleine Menschen verfügen eben doch über einen enormen Ehrgeiz. Aber leider waren einige andere Kontrahenten besser und konnten die Matches, oder „Neudeutsch“ Competitions, dann doch für sich entscheiden.

Ich glaube den Raab zu schlagen, weil...

Dritte Disziplin war es sich den anderen Teilnehmern innerhalb von 30 Sekunden vorzustellen und den Grund zu nennen, warum man glaubt, den Raab zu schlagen. Das war eigentliche die lustigste und auch zugleich nervigste Runde. Über einige Kandidaten konnte ich wirklich herzlich lachen, andere lösten einen „Gähn-Reflex“ bei mir aus. Vor allem die Selbstdarsteller und Egozentriker zogen den allgemeinen Unmut auf sich. Interessant waren die Lebensläufe der Kandidaten, vom Profisportler über den Flugzeugingenieur bis hin zur Hubschrauberpilotin war alles vertreten.Tja, plötzlich und unbemerkt war ich an der Reihe. Vor lauter Schreck und Lachen (eine Kandidatin mit der ich mich angefreundet hatte, platzierte ebenso plötzlich und unerwartet mit Druck ihr Frühstück in die Hallenecke. Zum Glück war ein Sanitäter vor Ort. Ein Psychologe wäre auch nicht schlecht gewesen, denn es war ihr so peinlich, dass sie gar nicht mehr zurück in die Halle wollte). Genug der Ablenkung, die Runde habe ich auch noch hinter mich gebracht. Den Comedy-Nachwuchspreis hätte ich allerdings für meine Vorstellung wohl nicht bekommen.

Ausgeschieden, dennoch: Klappe halten, erstmal selber machen

Anschließend wurde wieder ausgewertet. Die Spannung stieg, denn jetzt ging es um die Teilnahme am Recall. Überrascht hat mich das Ergebnis dann nicht - um es kurz zu sagen – ich bin ausgeschieden. Natürlich hat mich das geärgert, meine Million war weg, aber überwiegend war es eine sehr positive Erfahrung. Es hat mir selber mal wieder bestätigt, dass es sich lohnt an seine Ziele zu glauben und auf den Punkt gezielt alle Kraftreserven zu aktivieren. Und eine Anmerkung an alle, die immer auf der Couch sitzen und kluge Sprüche klopfen: Macht es tatsächlich erst einmal selber, nicht unbedingt besser, aber selber. Nur so kann man einschätzen welche Leistung sich tatsächlich hinter vielen Dingen verbergen. Ich habe mir wirklich keine großen Chancen ausgerechnet, aber ein Versuch war es auf jeden Fall wert. Und meine Kinder waren fest davon überzeugt, dass ich es schaffen könnte. Blut ist halt dicker als Wasser. In diesem Sinne, wünsche ich allen Couchpassivisten einen ruhigen Abend bei der nächsten Sendung."

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