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Experten redeten über die Energiewende

1. Halterner Energiegespräch

Wie lässt sich diese Energiewende vollziehen? Welche Defizite gilt es auszugleichen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 1. Halterner Energiegesprächs.

HALTERN

, 20.03.2015

Vor über 2000 Jahren heizten die Römer mit Holz, nutzten Windkraft höchstens zum Antrieb ihrer Handelsschiffe und beleuchteten ihre Wohnungen spärlich mit Öllampen. Heute stehen wir vor den gigantischen Herausforderungen einer Wende in Richtung erneuerbare Energien, deren sichtbare Zeichen in Haltern unter anderem die neuen Windräder sind.

Wie lässt sich diese Wende vollziehen? Welche Defizite gilt es auszugleichen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des 1. Halterner Energiegesprächs, zu dem die Stadtwerke am Donnerstag ins Römermuseum eingeladen hatten. Museumsleiter Dr. Rudolf Aßkamp skizzierte kurz die Energienutzung der alten Römer, bevor drei hochrangige Experten von der Universität Duisburg/Essen und dem Fraunhofer Institut Stuttgart Chancen und Risiken der Energiewende beleuchteten.

Wind und Sonne

In Haltern, darauf hatten die Geschäftsführer der Stadtwerke, Dr. Bernhard Klocke und Jürgen Brüggemann, zuvor hingewiesen, ist der Beginn der Energiewende bereits Realität. 1000 Photovoltaik-Anlagen liefern emissionsfrei Strom, außerdem sechs Windräder. „Ihre Zahl wird sich in den nächsten Jahren mehr als verdoppeln“, so Dr. Bernhard Klocke. „Haltern hat sich inzwischen zum Stromproduzenten entwickelt, der Strom verkaufen kann, wer hätte das vor einigen Jahren gedacht.“

Bürgermeister Bodo Klimpel nannte exemplarisch die wichtigsten Einrichtungen und Initiativen, die in der Seestadt den Ausbau regenerativer Energien vorantreiben oder unterstützen: die Stadtwerke, die 2010 gegründete Energie-Genossenschaft, ebenso den Klimarat, der unter anderem Energieeinsparungen bei Unternehmen auszeichnet, und auch das kreisweite Ökoprofit-Projekt.

Steigt in Zukunft der Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtstromerzeugung weiter, dann erfordert dies eine komplette Umgestaltung des Energiesektors. Flexible Lösungen sind auf allen Gebieten notwendig. Das machte Prof. Klaus Görner von der Uni Duisburg/Essen deutlich. Wind- und Solarstrom stehen nicht kontinuierlich in gleicher Menge zur Verfügung. Flexible Kraftwerkssteuerungen und vor allem Speicherlösungen müssen diese Schwankungen ausgleichen, machte der Energie- und Umwelttechniker deutlich.

Unterflur-Speicher

Eine in der Bergbauregion Ruhrgebiet interessante Speichermöglichkeit wären Unterflur-Pumpkraftwerke, die die Fallhöhen in den Bergbauschächten zum Speichern von Energie und zum Abrufen bei Bedarf nutzbar machen sollen. Sie erfordern aber hohe Investitionen, die sich zurzeit nicht rechnen. Prof. André Niemann, ebenfalls von der Uni Duisburg/Essen, verdeutlichte den Spagat zwischen technischen Entwicklungen und gesellschaftlichen Realisierungshindernissen. Mit der Utopie der „Morgenstadt“, der CO2-neutralen, energieeffizienten und klimaangepassten Stadt, beschäftigte sich schließlich Prof. Wilhelm Bauer vom Fraunhofer Institut für Arbeitswissenschaft und Organisation.

Die große Resonanz auf das 1. Halterner Energiegespräch bestätigt das Konzept der Organisatoren. „Die heutige Veranstaltung ist als Auftakt einer jährlichen Reihe konzipiert“, kündigte Dr. Bernhard Klocke an.

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