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Fußball statt Randale

HALTERN „Fußball ohne Randale.“ Das wünschen sich nicht nur die Verantwortlichen bei der Europameisterschaft, sondern auch Veranstalter von Public Viewing-Veranstaltungen zur EM.

von Von Stefan Gewecke

, 05.06.2008
Fußball statt Randale

Daumen hoch für „Fußball ohne Randale“, dem Motto der Infoveranstaltung der SPD mit Fanbetreuer Theo Karau (r.) am Dienstagabend in der Schänke

„Fußball ohne Randale“ war auch der Diskussionabend überschrieben, zu dem die SPD Mitte eingeladen hatte.

Schwer verletzter Polizist

Theo Karau, seit sieben Jahren ehrenamtlicher Fanbetreuer beim Fußballclub Schalke 04, erinnerte zum Einstieg in die Diskussion an Fälle, in denen es Fußballfans in ihrem Wahn übertrieben hatten. Beispielsweise bei der Fußballweltmeisterschaft 1998 in Frankreich, als der Polizist Daniel Nivel nach dem Vorrundenspiel Deutschland gegen Jugoslawien in Lens schwer verletzt wurde. Vor allem wenn Fußballclubs aufeinander treffen, die erklärtermaßen Rivalen sind, kommt es immer wieder zu Ausschreitungen. Ein Mittel dagegen ist die Einrichtung von Fanclubs.

Bauernfänger

"In den 80-er und 90-er Jahren sind Bauernfänger der rechten Szene zu den Fußballspielen gekommen, um neue Mitglieder zu werben“, so Karau. „Das ist den Fanclubs aber aufgefallen, und es wurde massiv dagegen angearbeitet“, sagte der Fanbetreuer, dessen ehrenamtliche Arbeit nicht selten der eines Sozialarbeiters gleicht. In den Fanclubs finden die Menschen Ansprechpartner. Es gibt jemanden, der ihnen zuhört, wenn sie von ihren Problemen wie Arbeitslosigkeit, Einsamkeit oder einfach dem letzten verlorenen Spiel erzählen. Gleichzeitig kennt der Fanbetreuer seine Jungs. Der soziale Druck, nicht auszurasten, wird deutlich erhöht.

Schnell kriminalisiert

„Am Vorbild der Bundesliga-Fanclubs könnte sich der DFB ein Beispiel nehmen. Auf nationaler Ebene wird da eigentlich zu wenig gemacht.“ Andererseits werden Fans schnell kriminalisiert. „Nach einem Streit, wie er in jeder Kneipe vorkommen kann, wird dem Fan der Zugang zum Stadion verweigert. Zwei Drittel der Stadionsverbote sind unberechtigt“, betonte Theo Karau. Die Vereine sind miteinander vernetzt. Wenn ein Fan nicht mehr in das eine Stadion gelassen wird, sperren ihn die anderen Vereine auch aus. Alternativ werde der Fußballfan sich aber über sonstige, oftmals illegalen Wege, Karten beschaffen. Und dadurch erst zum Kriminellen.

Public Viewing

Randale sei beim Public Viewing in Haltern kaum zu befürchten. Theo Karau: „Wenn überhaupt müssen sich die Österreicher und Schweizer Sorgen machen. Schließlich findet die EM in ihren Ländern statt.“ Bekannte Randalierer werden aber gar nicht erst ins Land gelassen.

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