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„Gebrochene Rippen sind besser als sterben“

Studentin schult Halterner Kinder in Erster Hilfe

Die Bürgerstiftung stellt Medizinstudentin Anna-Lena Schild zehn Puppen zur Verfügung, mit denen schon Kinder Reanimation lernen. Die Klasse 3a der Silverbergschule hat sie als erste ausprobiert.

HALTERN

, 12.06.2018
„Gebrochene Rippen sind besser als sterben“

Medizinstudentin Anna-Lena Schild zeigt den Schülern der Klasse 3a der Silverbergschule, wie das geht mit der Wiederbelebung. © Jürgen Wolter

Gebrochene Rippen sind besser als sterben“, sagt Till aus der Klasse 3a der Silverbergschule. Hier ist gerade Anna-Lena Schild zu Gast und zeigt den Schülern, wie man einen Menschen mit Herzstillstand reanimieren kann. Die Medizinstudentin aus Sythen, die gerade ihr letztes Semester in Münster absolviert, kann das jetzt mit zehn nagelneuen Reanimationspuppen tun, die speziell für Kinder geeignet sind: Diese hat ihr die Bürgerstiftung Halterner für Halterner zur Verfügung gestellt.

Die speziell für Kinder einstellbaren Puppen sind besser geeignet, als die großen, mit denen Erwachsene Erste-Hilfe-Maßnahmen lernen. Mit einem akustischen Klick signalisieren sie den Kindern, dass sie richtig gedrückt haben. „Die Herzdruckmassage ist die einzige Methode, die das Leben von Menschen mit einem Herzstillstand retten kann, bevor der Rettungsdienst eintrifft“, sagt Anna-Lena Schild. Seit vier Jahren führt sie die Kurse an den Grundschulen in Sythen, Lavesum, Hullern, Flaesheim, Lippramsdorf und an der Silverbergschule durch.

Zuerst den Notruf anrufen

Sie erklärt den Drittklässlern zunächst die Anatomie des Herz-Kreislauf-Systems, bevor es an die praktischen Übungen geht: Zuerst die Person ansprechen, dann überprüfen, ob sie noch atmet. „Und dann drücken bis der Krankenwagen kommt“, sagt eine Schülerin. „Du hast aber was vergessen“, korrigiert Anna-Lena Schild. „Was musst du tun, bevor du mit der Massage anfängst?“ Der Schülerin geht ein Licht auf: „Anrufen, sonst kommt der Krankenwagen ja gar nicht!“

Anna-Lena Schild orientiert sich mit ihren Schulbesuchen, die sie ehrenamtlich durchführt, an den Materialien der Stiftung Deutsche Anästhesiologie (www.einlebenretten.de). „Auch im Kindesalter ist es bereits wichtig, die Schüler mit den Möglichkeiten der Wiederbelebung vertraut zu machen, ihnen die Angst davor zu nehmen. Ab der 3. Klasse sind sie dafür ansprechbar“, sagt Anna-Lena Schild, die schätzt, dass sie inzwischen rund 1000 Halterner Schülern die Reanimation nahegebracht hat. Da sie selbst in ihrer Schulzeit erlebte, wie ein Lehrer im Unterricht einen Herzanfall erlitt, hat sie diese Erfahrung zum Handeln motiviert.

Puppen kosten rund 500 Euro

„Das Konzept hat uns so überzeugt, dass wir ihr gern die Puppen im Wert von 500 Euro zur Verfügung gestellt haben“, sagt Beate Mertmann, Vorsitzende der Bürgerstiftung, die sich gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern Franz-Josef Berheide und Anne Tappe die Übungsstunde in der Silverbergschule ansah. Die Kinder wissen jetzt: Falsch machen können sie nichts. „Alles ist besser als sterben“, sagt Till.

Anna-Lena Schild könnte Unterstützung bei ihren Fortbildungen gebrauchen und freut sich über Anfragen weiterer Halterner Schulen. Kontakt per E-Mail: reanimation.kinderleicht@gmail.com
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