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Germanwingsabsturz: Frau gab sich als Angehörige aus

Flüge nach Südfrankreich

Weil sie sich als Cousine einer Lehrerin des Halterner Joseph-König-Gymnasiums ausgab, die beim Absturz der Germanwings-Maschine ums Leben gekommen ist, reiste eine junge Frau aus Beverungen (Ost-Westfalen) in Begleitung von drei Personen zweimal auf Lufthansa-Kosten in die Unglücksregion nach Südfrankreich.

HALTERN

, 09.04.2015
Germanwingsabsturz: Frau gab sich als Angehörige aus

Eine Frau hat sich als Cousine einer der beiden beim Flugzeugunglück ums Leben gekommenen Lehrerinnen ausgeben und ist so auf Kosten der Lufthansa zweimal nach Südfrankreich geflogen worden. Das Foto zeigt den Gedenkstein in Le Vernet unweit der Unglücksstelle in den Alpen.

Update: Die Lufthansa hat angekündigt rechtlich gegen die Betrügerin vorgehen zu wollen

Ursprüngliche Nachricht: Der Vater des Opfers, ein Polizeibeamter, informierte am Mittwoch unsere Redaktion über diesen Vorfall. Bei der Frau aus Beverungen handele es sich um eine Betrügerin, denn sie habe in keinerlei Verbindung zu seiner verstorbenen Tochter gestanden. Sie sei weder eine Angehörige noch eine Freundin oder Bekannte.

Die Frau habe sowohl die Unglücksstelle bei Seyne-les-Alpes als auch die Gedenkstätte in Le Vernet in Frankreich besucht und dort psychologische Hilfe in Anspruch genommen. Aufgedeckt wurde der Betrug wohl erst, als das Unternehmen Lufthansa bei der letzten Reise über die Osterfeiertage Verdacht schöpfte.

Sprecher bestätigt das Geschehen

Ein Sprecher bestätigte das Geschehen und bezeichnete es als „bedauerlichen Einzelfall“. Zu näheren Einzelheiten will das Unternehmen zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen. Es erklärte aber, dass es alle weiteren Ermittlungen unterstützen werde.

Im Vordergrund habe für Lufthansa in den ersten Tagen nach dem Unglück die schnelle und unbürokratische Hilfe für Angehörige gestanden. Deshalb seien nur „gewisse Plausibilitäten“ geprüft worden, wenn es um Flüge in die Unglücksregion und Betreuung vor Ort gegangen sei, so der Sprecher. Man habe die Betroffenen nicht mit langwierigen Formalitäten belasten wollen. Das Unternehmen hat noch keinen Strafantrag gestellt, da noch nicht alle Details des Betrugs bekannt sind.

Mit Haltern verbunden

Der Vater der Lehrerin kündigte an, dass er diesen auf jeden Fall einreichen wird. Der Polizeibeamte ist sich allerdings sicher, dass seine Kollegen von der Kripo ohnehin aufgrund des öffentlichen Interesses zur Strafverfolgung verpflichtet sind.

Mit seiner Familie fühlt er sich Haltern besonders verbunden, denn seine Tochter sei sehr gern Lehrerin am Joseph-König-Gymnasium gewesen. Zu den Opfern des Flugzeugabsturzes gehörte ein Spanisch-Kurs mit 16 Schülern und zwei Lehrerinnen.

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