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Große Kundgebung in Haltern erinnert an die Schrecken der Pogromnacht

80 Jahre nach Reichspogromnacht

Die neue Gruppe „Halterner Bürger für Demokratie, Respekt und Vielfalt“ hat die Arbeit vom Bündnis gegen Rechts übernommen. Und will am 80. Jahrestag der Reichpogromnacht ein Zeichen setzen.

Haltern

, 11.10.2018
Große Kundgebung in Haltern erinnert an die Schrecken der Pogromnacht

Eine neue Gedenkfeier auf dem Marktplatz wird den Sternmarsch durch die Innenstadt (siehe Foto) ablösen. (A) Glöckner © Foto: Benjamin Glöckner

Rund 80 Jahre ist es am 9. November dieses Jahres her, dass die Nazis jüdische Geschäfte zerstörten, Synagogen in Brand setzten und nach und nach immer mehr Juden in Konzentrationslager inhaftiert wurden. Privatleute fielen in die Plünderungen mit ein.

Auch in Haltern wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 Juden verhaftet, nachdem SA-Leute in ihre Wohnungen eingedrungen waren und ihre Einrichtung in Brand gesetzt hatten. Auch die Synagoge an der Rekumer Straße und der jüdische Friedhof wurden stark beschädigt.

„Halterner Bürger für Demokratie, Respekt und Vielfalt“

Um an die Reichspogromnacht zu erinnern und ein Zeichen gegen Fremdenhass zu setzen, lädt das neu gegründete Organisationsteam „Halterner Bürger für Demokratie, Respekt und Vielfalt“ am 9. November zu einer Kundgebung auf den Marktplatz ein. Die Gruppe hat sich anlässlich der Kundgebung aus dem Asylkreis zusammengeschlossen und arbeitet seit dem Sommer an den Vorbereitungen für die Veranstaltung. Zuvor hatte das Bündnis gegen Rechts die Veranstaltung organisiert.

„Mit diesem Datum verbinden wir seit vielen Jahren auch den öffentlichen Protest gegen die Gedankenwelt und die politischen Überzeugungen, die die Verbrechen damals möglich gemacht haben und immer noch lebendig sind“, heißt es in einer Mitteilung der Gruppe. Nicht nur wegen des historischen Aspektes, sondern auch wegen der großen Flüchtlingsbewegung wolle man in Haltern gern ein Zeichen setzen, so David Schütz vom Caritasverband Datteln und Haltern am See. „Wir würden gerne unser Bedürfnis zum Ausdruck bringen, dass Demokratie, Respekt und Vielfalt mehr ist als nur ein Lebensgefühl, sondern auch eine Verpflichtung als Menschen, die seit über 70 Jahren in Frieden leben dürfen. Die Demokratie ist für uns die gesetzte Staatsform, zu der wir stehen“, sagt Schütz, der Teil des Organisationsteams ist.

Ökumenisches Friedensgebet im Anschluss in St. Sixtus

Geplant sind für die rund einstündige Kundgebung drei Redebeiträge von Bürgermeister Bodo Klimpel und den katholischen und evangelischen Kirchen. „Das Rockbüro wird sich beteiligen, um die jüngere Bevölkerung anzuziehen“, so Schütz. Den Abschluss sollen verschiedene Chöre mit einem Lied bilden. Welches, das müsse aber noch abgeklärt werden, so Schütz.

Im Anschluss an die Kundgebung gegen 19 Uhr laden die Veranstalter Interessierte in die Sixtuskirche zu einem ökumenischen Friedensgebet ein.

Auch mit der SPD, die am selben Tag um 16.30 Uhr eine Gedenkstunde veranstaltet, sei die Kundgebung abgestimmt, so Schütz.

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