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Gutes Miteinander in der ersten Inklusionsklasse

Alexander-Lebenstein-Realschule

"Euch macht es tatsächlich Spaß, zur Schule zu gehen?" "Ja", antworten die Kinder der ersten Inklusionsklasse an der Alexander-Lebenstein-Realschule im Chor. Nach einigen Wochen Schulbetrieb bestätigen die Pädagogen dieses positive Echo.

HALTERN

, 07.11.2014
Gutes Miteinander in der ersten Inklusionsklasse

Normale Unterrichtsituation in der Klasse. Deutschlehrerin Gaby Gers trägt Ergebnisse an der Tafel zusammen. Sonderpädagoge Klaus Verheyen widmet sich einzelnen Kindern. Zum Klassenraum gehört ein Nebenraum.

Dieses werde ihnen auch von den Eltern der Fünftklässler vermittelt. Die Schüler der I-Klasse, davon sechs mit Förderbedarf und 17 ohne, davon wiederum einer mit autistischer Spektrumsstörung, haben Freude am gemeinsamen Lernen. Dass sie sich auf unterschiedliche Weise einem Thema nähern, ist im Schulalltag kein Problem. Frontale Phasen im Unterricht wechseln mit Einzel- und Gruppenarbeit. Am Ende werden die Ergebnisse gemeinsam zusammengetragen. „Das macht den Unterricht sehr lebendig“, sagt Deutschlehrerin Gaby Gers, die gemeinsam mit dem Sonderpädagogen Klaus Verheyen die Klasse leitet. Sie meldete sich sehr früh bei ihrem Schulleiter Frank Cremer an, um das Modell an der Realschule auf tragfähige Säulen zu stellen.

Mit Skepsis war bei Eltern und auch Lehrern auf die Nachricht reagiert worden, dass mit dem laufenden Schuljahr Kinder mit Förderbedarf in die Schulgemeinde der Realschule aufgenommen werden. Wie sollten Lehrer diese neue zusätzliche Aufgabe stemmen? Würde das Inklusionsmodell allen Kindern gerecht? Würde sich der gemeinsame Unterricht negativ auf die Leistungen der Klasse auswirken? Diese und andere kritische Fragen beschäftigen die Schulgemeinde bis heute. Jetzt stimmen die ersten Beobachtungen in der neuen I-Klasse zuversichtlich. Die Klasse schneidet im Vergleich zum gesamten fünften Jahrgang genauso gut ab. Sie hinkt nicht im Stoff hinterher. Für die dauerhafte Qualitätskontrolle werden alle Arbeiten parallel geschrieben und jeweils von den Lehrern verschiedener Klassen entworfen.

Was mindestens ebenso wichtig ist, formuliert Frank Cremer: „Wir haben schon nach kurzer Zeit festgestellt, dass die Klasse extrem sozial kompetent ist.“ Sie hat zu einem Miteinander gefunden, das so nicht erwartet wurde. Nicht nur die beiden Klassenlehrer Gers und Verheyen unterrichten gern in dieser Atmosphäre. Über ein Helfersystem unterstützen die Schüler selbst den Inklusionsgedanken, der die Akzeptanz von Verschiedenheit in den Mittelpunkt stellt. Starke Schüler stehen schwächeren bei der Aufgabenlösung zur Seite. Die Schüler melden sich dafür freiwillig. Die Bezugspersonen wechseln wöchentlich. So kann jeder einen Draht zu seinen Mitschülern entwickeln. „Wir kommen alle gut miteinander klar“, sagt Fünftklässlerin Giuliana.   

"Ort des gemeinsamen Lernens"
Weil der geplante Wechsel zwischen Alexander-Lebenstein-Realschule und Joseph-König-Gymnasium beim Einrichten einer Inklusionsklasse nicht genehmigt wird, bleibt die Realschule dauerhaft ein „Ort des gemeinsamen Lernens“.
Bei Bedarf wird hier auch im nächsten Jahr eine I-Klasse starten.
Das Inklusionsmodell soll in der gesamten Schulgemeinde umgesetzt werden.

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