Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Hoffnung für Kinder in der Tschernobyl-Region

Projekt Nadeshda

Das Kinderzentrum Nadeshda ist ein belarussisch-deutsches Gemeinschaftsprojekt, welches speziell für die Kinder aufgebaut wurde, die unter den Folgen der Katastrophe im Atomkraftwerk Tschernobyl im Jahre 1986 leiden. Heinz-Georg Ackermeier hat im Paul-Gerhardt-Haus über das Erholungszentrum berichtet.

HALTERN

18.10.2016

Am vergangenen „Männersonntag“ der evangelischen Kirchengemeinde, hatte diese den pensionierten Pfarrer Heinz-Georg Ackermeier in den Saal des Paul-Gerhardt-Hauses geladen. Ackermeier war bis 2004 Landesmännerpfarrer bei der westfälischen Männerarbeit und hatte in dieser Zeit erste Kontakte zum Verein „Nadeshda“ (Russisch für „Hoffnung“) aufgebaut. 

Das Erholungszentrum liegt etwa 70 Kilometer nord-östlich von der weißrussischen Hauptstadt Minsk entfernt, nicht weit zur Staatsgrenze nach Litauen. In jedem Jahr besuchen etwa 300 Kinder und Begleitpersonen die Einrichtung, in den Sommermonaten sind es sogar 450 Gäste, die jeweils für bis zu vier Wochen vor Ort bleiben.

Jetzt lesen

Der Referent selbst hatte das Projekt Nadeshda selbst schon häufig besucht. „Ich habe auch schon oft angeboten Gäste mit zum Projekt zu nehmen. Dieser Vorschlag wird zwar oft begeistert aufgenommen, letztendlich hapert es dann aber mit der tatsächlichen Umsetzung. Viele Neugierige verlässt, wenn es dann wirklich nach Weißrussland gehen soll, doch der Mut, ein Urlaub auf Mallorca wird oft vorgezogen. Das ist schade, denn die Gegend in der das Projekt angesiedelt ist, ist äußerst reizvoll. Wir fahren ja nicht nach Tschernobyl.“

Im Zentrum der Aktivitäten von Nadeshda steht das ganzheitliche Wohlbefinden der Kinder. Sie haben in diesen vier Wochen eine Auszeit von ihrem Alltag. Belarussische und deutsche Experten haben gemeinsam Konzepte zur Rehabilitation und Erholung, sowie ein Gesundheitsförderungsprogramm entwickelt. Für jedes Kind wird ein individueller Plan entwickelt. Auf dem Programm stehen dabei die medizinische Untersuchung und gegebenenfalls Versorgung, sportliche Aktivitäten, Ausflüge in die Umgebung und Bastel- oder Spielnachmittage. Zwischen 1994 und 2014 durften schon 62 000 Kinder Zeit in Nadeshda verbringen.

Freiwillige und Fachkräfte

Für Kinder, die ständig in radioaktiv kontaminierten Gebieten leben, führt das Projekt in Zusammenarbeit mit anderen humanitären Organisationen Spezialprogramme durch. Und auch für Kinder aus schwierigen Verhältnissen oder armen Familien stehen Programme bereit. Zahlreiche Freiwillige, Fachkräfte, Praktikanten, Experten und Berater beleben Nadeshda und machen das Rehabilitationszentrum mittlerweile zu einem internationalen Ort der Begegnung.

„Und gleichzeitig wird hier die Erinnerung an eine der schlimmsten menschengemachten Katastrophen wachgehalten,“ sagte Ackermeier in Richtung Politik. „Die Atomenergie darf einfach als Energiequelle nicht weiter genutzt werden, denn sie verzeiht keine Fehler“.