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In Haltern sollen die Bushaltestellen barrierefrei werden

Umbau bis 2022 geplant

Alle Haltestellen in Haltern sollen bis 2022 barrierefrei umgestaltet sein. Das schreibt das Personenbeförderungsgesetz von 2013 vor. Aber das wird wohl nicht klappen.

Haltern

, 18.02.2018
In Haltern sollen die Bushaltestellen barrierefrei werden

Am Busbahnhof sind wesentlichen Aspekte für barrierfreie Haltestellen brereits umgesetzt. © Foto: Jürgen Wolter

Bis 2022 soll der Einstieg in den Bus ohne Probleme und vor allem barrierefrei klappen. Das fordert das Personenbeförderungsgesetz des Bundes, das 2013 in Kraft getreten ist und EU-Vorgaben umgesetzt hat.

Diese Umsetzung stellt den Kreis Recklinghausen als planende Behörde und auch die Städte vor Probleme, denn die Umgestaltung ist an viele Vorgaben gebunden. 2107 ist der neue Nahverkehrsplan für den Kreis Recklinghausen erstellt worden. Darin wurde auch ein Haltestellenkataster aufgenommen, in dem alle Haltestellen im Kreis Recklinghausen erfasst sind, kreisweit etwa 3600.

Noch rund 100 Haltestellen müssen nachgerüstet werden

Die Vestische Straßenbahnen GmbH geht von 144 Haltestellen in Haltern aus, von denen bisher 44 umgestaltet seien, so Sprecher Norbert Konegen. Zu einer Haltestelle gehören meistens zwei „Masten“, also Haltepunkte in der jeweils gegenüberliegenden Fahrtrichtung. Insgesamt gibt es also etwa 288 Masten in Haltern. An 81 gibt es Wartehäuschen.

Der Kreis hat im Nahverkehrsplan eine Standardlösung für den Haltestellenumbau erarbeitet: Dazu zählt zunächst ein Hochbord, also eine erhöhte Bordsteinkante, die in der Regel 18 bis 22 Zentimeter betragen sollte, um den Zugang zu Bussen auch für Rollstuhlfahrer zu ermöglichen. Auch taktile Pflastergestaltung, die Blinden die Orientierung erleichtert, gehört dazu. „Anhand der Pflasterung können sie erkennen, wo zum Beispiel die Einstiegszone des Busses ist“, sagt Christoph Jünemann, Ressortleiter räumliche Planung und Verkehr beim Kreis Recklinghausen.

20.000 Euro Kosten fallen pro Haltestelle an

Zur Umgestaltung gehört aber nicht nur die Ausstattung der Haltestelle selbst, sondern auch die Zuwegung. Pro Haltestelle müsse man Kosten von rund 20.000 Euro veranschlagen, sagt Christoph Jünemann, ohne den Aufbau eines Wartehäuschens. Zuständig für die Umgestaltung ist bei städtischen Straßen die Stadt Haltern, bei Kreisstraßen der Kreis RE und bei Landes- und Bundesstraßen der Landesbetrieb Straßen.NRW. Für die Umgestaltung können Fördermittel beantragt werden. „Ob es Zusagen gibt, ist aber nicht sicher, denn die Umgestaltung hat nicht unbedingt oberste Priorität“, sagt Christoph Jünemann.

Seine Behörde hat kreisweit etwa 20 Prozent aller Haltestellen erfasst und aufgelistet. „Diese Haltestellen umfassen rund 80 Prozent des gesamten Fahrgastaufkommens. Auch für Haltern wurden Haltestellen ermittelt, die aufgrund der Frequentierung oben auf der Prioritätenliste stehen. Da der Busbahnhof schon weitgehend umgestaltet ist, stehen zur Zeit die Haltepunkte am Kärntner Platz, am Bahnhof Sythen und im Ortskern Lippramsdorf oben auf der Liste.

Das heißt aber nicht, dass hier schon in Kürze die Baufahrzeuge anrücken werden. Im ersten Halbjahr 2018 sollen zunächst die weiteren Haltestellen im Kreis Recklinghausen erfasst werden. Insbesondere soll für jede Haltestelle der zuständige Baulastträger ermittelt werden. „Danach werden wir uns mit den Tiefbauämtern der Kommunen kurzschließen, um das weitere Vorgehen abzustimmen“, so Christoph Jünemann.

Informationstafeln wird am Kärntner Platz aufgestellt

Im ländlichen Raum erlaubt das Gesetz Ausnahmen, denn nicht jede kleine Haltestelle in den Außenbereichen kann und muss umgestaltet werden. „Manchmal fehlt dafür auch schlicht der Platz“, so Georg Bockey, Sprecher der Stadt Haltern. Das Gesetz fordert für jede Ausnahme eine Begründung. Kurzfristig in Angriff genommen wird die Errichtung einer Digitalen Fahrgast-Information (DFI) am Kärntner Platz, die dann, wie auch am Busbahnhof, aktuelle Fahrplaninformationen liefert.

Konkrete Planungen für weitere Haltestellen-Umgestaltungen gibt es in Haltern derzeit noch nicht. „Von Vertretern von Behinderten liegen uns zurzeit auch keine Anfragen zu Bushaltestellen vor“, sagt Georg Bockey. „Sollte es akute Probleme mit Haltestellen geben, sind wir aber jederzeit ansprechbar.“ Die komplette Umgestaltung aller Bushaltestellen bis 2022 zu schaffen, halten sowohl Kreis Recklinghausen, als auch Vestische Straßenbahnen und Stadt Haltern für nicht realisierbar.

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