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Lärm stresst Familien im Neubaugebiet Elterbreischlag

Drittes SPD-Schlossgespräch

Die SPD-Fraktion hatte zum dritten Sythener Schlossgespräch geladen, um von den Bürgern zu erfahren, wo es Probleme gibt. Bei der Aussprache stand das Thema Lärm im Mittelpunkt.

Sythen

, 11.10.2018
Lärm stresst Familien im Neubaugebiet Elterbreischlag

Rund 20 Bürger waren der Einladung der SPD zum Schlossgespräch und Informationsaustausch gefolgt. © Foto: Silvia Wiethoff

die Diskussion um das Sythener Alloheim standen Mittwochabend beim dritten Schlossgespräch der SPD-Fraktion im Mittelpunkt. Knapp 20 Bürger waren der Einladung der Partei ins Schloss gefolgt, die wissen wollte: „Wo drückt der Schuh? Wie soll sich Sythen in Zukunft weiterentwickeln?“

Wie sehr die Anwohner im Neubaugebiet Elterbreischlag unter dem Verkehrslärm auf der Sythener Straße (L 652) leiden, wurde bei einer Reihe von Redebeiträgen deutlich. Dabei stört vor allem das Geräusch von Motorrädern, die von ihren Fahrern auf der Strecke beschleunigt werden, obwohl ein Tempolimit von 70 km/h besteht. „Im Sommer können wir nicht in unserem Garten sitzen“, beschrieb ein Anwohner den Stresspegel.

Klar wurde auch, dass die Familien im Elterbreischlag nicht Jahre auf eine Lösung warten wollen. Sie sehen neben dem zuständigen Landesbetrieb Straßen NRW auch die Stadt in der Pflicht, denn diese habe schließlich das Baugebiet in Sythen entwickelt. „Leider haben wir unser Grundstück im Winter gekauft“, sagte ein Anwohner resigniert darüber, dass er erst später die Wahrheit über den Verkehrslärm im Sommer erfahren habe.

Keine kurzfristige Lösung zu erwarten

Eine kurzfristige Lösung sei leider nicht zu erwarten. Es sei schwierig, die Entscheidungsträger (vor allem Straßen NRW) zum Handeln zu bewegen, antwortete SPD-Chefin Beate Pliete auf die Anregungen der Bürger. Das Lärmschutzgutachten, das mit Ausweisung des Baugebiets erstellt wurde, sei veraltet, fügte Wolfgang Kaiser hinzu. Die SPD wolle sich dafür starkmachen, dass eine neue Messung vorgenommen werde.

„Die Bürger haben nicht verstanden, warum entlang des Freibads und des Sportplatzes eine Lärmschutzwand gebaut werden musste, aber nicht entlang der L 652“, sagte Heinrich Wiengarten.

Auf dem Brinkweg sorgen schwere Lkw für Ärger

Ein zweiter Schwerpunkt für Lärmentwicklung im Dorf wurde mit dem Brinkweg benannt. Hier ärgert sich ein Anwohner besonders darüber, dass die Straße auch von schweren Lkw (40-Tonner) genutzt wird und die Verkehrsteilnehmer generell zu schnell fahren. Er regte an, dass die vorhandenen Verkehrsschilder umgesetzt werden, weil sie nicht zu sehen seien.

Außerdem zog er einen Vergleich zur Lehmbrakener Straße. Diese sei gut ausgebaut, aber trotzdem dürften nur Lkw bis 7,5 Tonnen die Strecke nutzen.

Man dürfe keine allzu großen Hoffnungen darin setzen, dass die Umstellung der Schilder ausreiche, reagierte Wolfgang Kaiser. „Wir sind alle Autofahrer und fahren manchmal zu schnell“, führte er aus. Er schlug vor, das Thema unter anderem in die Verkehrsunfallkommission zu tragen.

Eventuelle Kontrollen könnten aber aufdecken, dass es gerade die Anwohner seien, die auf dem Brinkweg unterwegs sind, wies Wolfgang Kaiser auf Erfahrungswerte hin. Eine Möglichkeit sei es, zu erreichen, dass der Brinkweg neu geplant werde. Dann müssten die Anwohner damit rechnen, dass sie an den Kosten beteiligt werden, denn die Straße sei noch nicht endgültig ausgebaut und somit auch noch nicht abgerechnet. „Das sollte man im Hinterkopf behalten“, sagte Beate Pliete.

Zustände am Alloheim in der Kritik

Weiteres großes Thema des Abends war das Altenheim „Seniorenresidenz Sythen am See“, das am Dietrich-Bonhoeffer-Weg in der Nähe von Schule und Freibad angesiedelt ist. Hier kritisierte ein Nachbar vor allem die Verkehrssituation. Bei Anlieferungen sei die Zufahrtsstraße „zwei- bis dreimal am Tag total dicht“.

Diese Planung sei schlecht erfolgt, machte er seinem Ärger Luft. Außerdem seien wohl zu wenig Parkplätze an der Einrichtung angelegt worden. Wenn die Häuser für das Betreute Wohnen auf dem gegenüberliegenden Grundstück tatsächlich gebaut würden, drohe definitiv ein Engpass.

Die mangelnde Pflege des Grüns auf dem Grundstück des Altenheims, überquellende Müllcontainer in Sichtweite von Anwohnern und tiefe Schlaglöcher auf den immer noch bestehenden Baustraßen wurden als weitere Missstände genannt. Die Aussprache gipfelte in dem Beitrag: „Alloheim hat mittlerweile einen so schlechten Ruf, dass kein Sythener mehr dort wohnen möchte.“

Wird Betreutes Wohnen zum Spekulationsobjekt?

Beate Pliete informierte, das SPD, WGH und FDP bei der Vergabe des Altenheimprojekts in Verbindung mit dem Betreuten Wohnen für einen regionalen Anbieter gestimmt haben. Sie befürchtet, dass nach dem Verkauf an „Investitionsheuschrecken“ vor allem das Grundstück für das Betreute Wohnen zum Spekulationsobjekt werden könnte.

Auch über die „unendliche Geschichte“ des Sythener Bahnhofs wurde diskutiert. Die meisten Anwesenden rechnen nicht damit, dass sie den Tunnel noch erleben.

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