Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Ministerin hinterlässt eine Schneise der Unzufriedenheit

Klage denkbar

Kaum Sympathiepunkte konnte Ministerin Barbara Steffens auf der Bürgerversammlung zur Forensik am Dienstagabend sammeln. Eine Initiative aus Lippramsdorf und die Stadt überlegen nun ihre nächsten Schritte, wie sie die Forensikpläne stoppen können.

HALTERN

von Von Elisabeth Schrief

, 07.11.2012

Franz Tönnis, Sprecher der Lippramsdorfer Initiative gegen Forensik, hatte erwartet, dass die Ministerin auf objektive Argumente der Bürger mit objektiver Darstellung ihres Standpunktes antwortet. „Die Ministerin konnte keine Klarheit herstellen“, bedauert Franz Tönnis. Die Initiative verabredete eine Bestandsaufnahme, bei der sie neue strategische Schritte überlegen will. „Wir haben den Eindruck, dass sich die Ministerin auf eine Klage einstellt.“

Die Initiative könnte möglicherweise von der Stadt ausgehen. Zumindest ist nach der internen Runde mit Barbara Steffens vor der Bürgerversammlung aus der Verwaltungs- und Fraktionsspitze dieses Signal angeklungen. Bürgermeister Bodo Klimpel bereitet sich jetzt auf ein erneutes Gespräch mit dem Düsseldorfer Ministerium vor. Heute wird die Forensik im Rat thematisiert.

Hubert Schroer aus Lippramsdorf lässt der Verlauf der Veranstaltung keine Ruhe. Unverständlich ist für ihn, dass die Ministerin die Kriterien zur Auswahl der Standorte nicht nennen konnte und die Bürger nun die Verwaltung um das Anforderungsprofil bitten sollen. Ihm erschließt sich außerdem nicht, warum die RAG als Besitzerin von rund 17 000 Hektar Flächen ausgerechnet nur die nördlichste Schachtanlage anbietet. „Es gibt etliche Standorte der RAG weiter südlich, die die Anforderungen an eine Forensik besser erfüllen.“ Zweifelhaft findet er die Aussage, Geld für den Bau der Klinik bleibe vor Ort. „Die Ministerin sollte eigentlich wissen, dass öffentliche Aufträge ab einer bestimmten Größenordnung europaweit ausgeschrieben werden müssen.“Für Toleranz gegenüber einer forensischen Klinik warb Pastoralreferentin Michael Finck auf der Bürgerversammlung. Er begleitete als Beiratsmitglied zehn Jahre die Errichtung und Arbeit der forensischen Klinik in Duisburg-Rheinhausen. Diese Klinik wurde 2009 eröffnet und nahm 100 psychisch kranke Straftäter auf. Angst und Skepsis herrschten dort, selbst bei der Schlüsselübergabe blieb die Freude verhalten. Auch hier hat sich die Situation beruhigt. Michael Finck hat im Pfarrgemeinderat St. Sixtus angeboten, seine Erfahrungen in den Gemeinden zu schildern.

Lesen Sie jetzt