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Reist der Zirkus doch freiwillig ab?

Zusage an die Stadt

Gibt es eine Wendung in der Zirkus-Geschichte auf dem Flaesheimer Paschenberg? Gegenüber der Stadt habe die Zirkusdirektorin zugesagt, am Freitag das Gelände zu räumen - ohne finanzielle Gegenleistung.

FLAESHEIM

von Von Ina Fischer

, 01.08.2012

Das Tauziehen um das Gelände am Paschenberg zwischen der Stadt und dem ohne Erlaubnis gastierenden Zirkus Melano geht weiter: Angeblich will die Artistenfamilie am morgigen Freitag das Feld freiwillig und ohne finanzielle Gegenleistung räumen. Das bestätigte Pressesprecher Georg Bockey am Mittwoch: „Einer unserer Mitarbeiter war heute nochmals vor Ort und hat von der Zirkusdirektorin Janine Atsch die Zusage bekommen, dass die Truppe Freitag ihre Zelte abbauen will.“  Die Stadt hoffe nun inständig, dass das Versprechen keine Hinhaltetaktik sei, sondern in die Tat umgesetzt werde. Denn die Alternativen sind mehr als mau: Ob man vom Mittel der gerichtlichen Zwangsräumung Gebrauch machen will, falls der Zirkus sein Wort nicht hält, stand Mittwoch laut Bockey noch nicht abschließend fest. Wegen der „finanziellen und auch praktischen Probleme, die eine Zwangsräumung nach sich zieht“, scheut die Stadt offenbar davor zurück.  

 So müsse die bei Zwangsräumung festlegen, was mit dem Besitzstand des Zirkus geschehe. Bedeutet: Haltern wäre dafür zuständig, die Tiere und Gerätschaften vorübergehend unterzubringen und eventuell zu veräußern – ein finanzieller und zeitintensiver Aufwand, den die Stadt nicht betreiben wolle. Bockey: „Aber vielleicht tut sich bis Freitag tatsächlich etwas.“Realistisch oder naiv? Fest steht, dass die Stadt, als sie Ende Juni eine tageweise Erlaubnis erteilte, keine Informationen über den Zirkus einholte – obwohl sich über das Internet zahlreiche böse Einträge finden lassen. So hat die Tierschutzorganisation PETA eine Chronik über die Abzocke-Taktik von Melano/Milano veröffentlicht, die bis 2001 zurückreicht. Blauäugigkeit will Bockey aber nicht gelten lassen: Schließlich habe der Zirkus im Mai schon einmal in Haltern (auf einem Privatgrundstück an der Dorstener Straße) gastiert und sei problemlos weitergezogen. „Das lief alles ganz schmerzfrei ab.“  

 Kein Grund also, Verdacht zu schöpfen, so „hinters Licht geführt zu werden“, wie Bockey zugibt. Künftig dagegen werden es Zirkusfamilien aber wohl schwer haben, einen Stellplatz in der Seestadt zugesprochen zu bekommen. Auch weil die Stadt zumindest auf den Kosten einer neuen Gras-Einsäung auf der Wiese am Paschenberg sitzen bleibt.

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