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Senioren trainieren Umgang mit Elektro-Fahrrad

Pedelec-Training

Mit dem Pedelec sind Radler deutlich schneller. Daran muss man sich gewöhnen. Damit Senioren mit den motorunterstützten Zweirädern sicher unterwegs sind, lud der Seniorenbeirat zum Training.

Haltern

, 03.07.2018
Senioren trainieren Umgang mit Elektro-Fahrrad

Der Seniorenbeirat führte ein Pedelec-Training durch. © Foto: Patrick Radtke

Die Durchschnittsgeschwindigkeit bei einem normalen Fahrrad liegt bei 15 km/h. Bei Pedelecs hingegen erhöht sie sich auf 20 Kilometer in der Stunde. „Das ist um ein Viertel schneller. Somit ist man auch um ein Viertel schneller an einer Gefahrenstelle“, beschreibt Michael Benthaus von der Halterner Firma Big Wheel die Gefahren der modernen Räder. Seine Zuhörer dabei: 15 Senioren und Seniorinnen, die an einem Pedelec-Training teilnehmen.

Pedelecs sind Fahrräder mit Extramotoren, die anspringen, wenn in die Pedalen getreten wird. Man kann quasi „Rückenwind“ hinzubuchen, so Benthaus. „Von alleine machen sie aber nichts“. Der Seniorenbeirat hat das Training organisiert – mit Unterstützung der Stadtwerke, die Verpflegung und sechs Leihräder zur Verfügung stellen.

Einweisung

Eine der Teilnehmerinnen ist Monika Orzech. Fit ist die 66-Jährige, die Knie tun dennoch ab und an weh. „Im Bekanntenkreis haben die meisten keine normalen Räder mehr“, sagt sie. „Mit den Pedelecs können sie auch mal 50 Kilometer lange Strecken fahren. Das geht mit meinem Rad nicht“, erklärt Orzech. Von den Unfällen mit den schnelleren Rädern hat die Halternerin aber auch schon gehört und geht deshalb auf Nummer sicher. „Wenn ich mir eins zulege, dann will ich auch eine richtige Einweisung. Sicherheit ist wichtig“, sagt Monika Orzech.

Im zweiten Teil der Theorie weist Manfred Huckschlag von der Verkehrswacht Recklinghausen auf rechtliche Aspekte wie die eigene Haftpflichtversicherung hin und macht anhand von Unfallbildern klar, dass nicht nur die Radfahrer, sondern häufig auch die Autofahrer die Geschwindigkeit der Pedelec-Fahrer unterschätzen

Slalomkurs

Zum Schluss geht es wieder raus – auf den Parcours. Auf die Teilnehmer wartet ein Slalomkurs, zwei Abschnitte mit Engstellen, eine Strecke, die im Schritttempo gefahren werden muss und eine Barriere, vor der Geschwindigkeit aufgenommen und dann rechtzeitig gestoppt wird.

Dabei gibt es „durchaus Personen, die sehr verunsichert“ sind und es „sich erst einmal angucken“, sagt Siegfried Lindemann vom Seniorenbeirat. Gas geben und plötzlich stark abbremsen – das traut sich nicht jeder sofort zu. Die Möglichkeit, viele Fragen zu stellen, hätte bei den meisten aber schon gegen Unsicherheit geholfen, so Lindemann. Wegen diesem Erfolg sei auch eine Wiederholung des Trainings geplant.

Nicht wie früher

Monika Orzech ist sehr zufrieden, nachdem sie den Parcours erfolgreich durchfahren hat. „Es war wirklich gut. Es war alles verständlich erklärt. Man muss schon sagen, ein Pedelec ist nicht mehr so ein Rad wie früher“, sagt sie. Trotzdem sei sie sofort mit dem Fahrrad klargekommen. „Das fand ich prima.“ Orzech rät, kein Rad im Versandhandel zu kaufen. „Das Wichtigste ist eine gute Beratung und Aufklärung.“ Die Seniorin überlegt nun, ob sie sich auch bald ein Pedelec kaufen wird.

Ein Pedelec ist acht bis neun Kilo schwerer als ein normales Rad. Der Akku wiegt 2,5 Kilo. Sitzt man zu hoch, ist es zwar zunächst leichter zu fahren, es geht auf Dauer aber auf die Sitzknochen. Zu tiefes Sitzen kann zu Schmerzen an der über die Kniescheibe verlaufende Patellasehne führen.