Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Stiftung ist eine "virtuose Erfolgsgeschichte"

Interview

"Die Menschen können sich nur mit ihrer Stadt identifizieren, wenn sie sie lieben", sagt Dr. Horstfried Masthoff. Und was macht Haltern liebenswert? "Die Kultur!" Diese zu fördern, ist das Ziel der 2001 gegründeten Kulturstiftung Masthoff, der ersten Stiftung privaten Rechts in Haltern.

HALTERN

von Von Elisabeth Schrief

, 04.04.2011
Stiftung ist eine "virtuose Erfolgsgeschichte"

Als ihr erstes Projekt setzte die Kulturstiftung Masthoff dem römischen Oberbefehlshaber Varus ein Denkmal. Das von Dr. Wilfried Koch (r.) geschaffene Kunstwerk "Der gescheiterte Varus" stellten Dr. Horstfried und Eva Masthoff als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Nach zehn Jahren betrachten Dr. Horstfried und Eva Masthoff im Gespräch mit Redakteurin Elisabeth Schrief die Anfänge der Stiftung, das Geheimnis musikalischer Erfolgsgeschichten und wagen einen Blick in die Zukunft.

Das doppelte "U" von Künstler Friedrich Gräsel stand im Rahmen eines Projekts des Kultursekretariats Gütersloh einen Sommer lang im Teich. Eine tolle Installation, die die Stadt für 40 000 DM hätte kaufen können, ihr fehlten aber die Mittel. Das fanden wir sehr schade. Dieses Bedauern und die Reform des Stiftungsrechts waren kurze Zeit später Auslöser für die Gründung der Kulturstiftung.

Wir fördern ausschließlich Kultur in Haltern, das unterscheidet uns zum Beispiel von der Bürgerstiftung. Alle Projekte, die mit Kunst, Literatur oder Musik zu tun haben, sind förderungswürdig. Das Geld dafür kommt aus dem Vermögen der Stiftung und Spenden.

Wir sehen uns nicht als Konkurrenten. Überschneidungen gab es anfangs nur mit der Kunstkulturstiftung der Stadtsparkasse. Das Engagement in der klassischen Musik beispielsweise überschnitt sich mit unserem Programm. Mittlerweile hat sich die Sparkassen-Stiftung neu aufgestellt und abgegrenzt.

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum, dieser Satz von Nietzsche entspricht unserer Lebensphilosophie. Das Glück liegt für uns in den selbst geschaffenen Dingen, die das kulturelle Leben in Haltern schöner machen: Die Konzertreihen Musik im Römermuseum und die Sythener Gitarrentage. Die Konzerte im Museum sind inzwischen Selbstläufer, die nächste Reihe ist bereits wieder ausverkauft. Bei der Auswahl der Künstler gemeinsam Musik erleben, entdecken und erfahren, das hat einen immensen Erlebniswert. Und das ist auch das Geheimnis der musikalischen Erfolgsgeschichte der Kulturstiftung.

Im Römermuseum gastieren junge Künstler, die am Anfang ihrer Laufbahn, sozusagen in den Startlöchern einer Karriere stehen. Bei den Gitarrentagen treten seit 2007 nur arrivierte Künstler auf. Sie sind in der Musikszene bereits fest etabliert.

Musikgenuss auf hohem Niveau also? Absolut. Es sind Künstler, die sonst wie Katharina Lichtenberg beispielsweise in der Carnegie Hall auftreten, die eigentlich Auftritte in kleinen Konzertsälen ablehnen, weil sie um ihren Ruf fürchten. Immer wieder großartige Gitarrenvirtuosen für verführerische musikalische Saitensprünge im Sythener Schloss aufzuspüren, bereitet Freude und Vergnügen. Wir berücksichtigen dabei immer die Stärken und Vorlieben der Künstler für bestimmte Kompositionen und, ganz wichtig, den Geschmack des Konzertpublikums.Und das Publikum ist dankbar? Als sich das Künsterlehepaar Thomas Kirchhoff und Dale Kavanagh einmal um eine Stunde verspätete und wir sichtlich nervös waren, trafen wir auf Unverständnis. Ihre Antwort: "Wir warten, dieses Duo hat Weltrang. Wir können gar nicht glauben, dass Sie es geschafft haben, es ins kleine Sythen zu holen." Dazu kommen noch die Feinschmecker auf ihre Kosten: Matthias Pfeiffer und der Sythener Flora sei Dank.Es gibt weitere Vorzeigeprojekte? Natürlich. "Der gescheiterte Varus" von Künstler Wilfried Koch im Galen-Park. Darüber hinaus finanzierten wir Buchveröffentlichungen, stifteten die Joseph-König-Plakette für das Gymnasium oder beteiligten uns am Stadtmodell.Soll es in dieser Vielfalt weitergehen? Wir werden ungebremst und mit vielen neuen Ideen weitermachen. Wir sind Halterner aus Leidenschaft, das möchten wir mit unserer Stiftung zum Ausdruck bringen.Zum Jubiläum haben Sie sich eine besondere Überraschung einfallen lassen? Wir haben das Saxophon-Quartett Pindakaas auf den Alten Markt eingeladen. Das sind jene Musiker, die zur Eröffnung der Herculaneum-Ausstellung spielten. Sie geben ein Konzert für alle Passanten in der Stadt. Weitere Ideen befinden sich noch in der Pipeline

Lesen Sie jetzt