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Vorsicht in der Dämmerung

In Haltern wurden 201 Wildunfälle registriert

Meistens passiert es in der Dämmerung. Unfälle zwischen Wild und Autofahrern führen jährlich in Deutschland zu etwa 20 Verkehrstoten, viel Tierleid und etwa 680 Millionen Euro Sachschaden. Auch in Haltern kommt es häufig zu Kollisionen mit Rehen, Wildschweinen, Damm- und Rotwild. Rehe sind allerdings zum überwiegenden Teil betroffen. Besondere Vorsicht ist geboten.

Haltern

, 16.03.2018
Vorsicht in der Dämmerung

Ein totes Reh liegt nach der Kollision mit einem Auto am Straßenrand. © picture alliance / Julian Strate

Anfang Mai bekommen die Ricken ihre Kitze. „In diesem Jahr könnte sich das wegen der kalten Witterung leicht verzögern“, erklärte Heinrich Himmelmann, Vorsitzender des Halterner Hegerings, auf Anfrage. Die Kitze vom Vorjahr würden dann von den Muttertieren abgestoßen und verjagt. Das führe häufig – auch tagsüber – zu Unfällen. Zudem suchten die verstoßenen Tiere sich einen neuen Lebensraum, weiß Himmelmann. Und in den Morgen- und Abendstunden wechsele das Wild häufig zwischen seinen Standorten im Wald und in den Wiesen, um Futter zu suchen.

In der Statistik ganz oben

In Haltern wurden im vergangenen Jahr 201 Wildunfälle registriert. Auch in Dorsten zählte die Polizei mehr als 200 Unfälle. Wie Ramona Hörst, Sprecherin der Kreispolizei in Recklinghausen, mitteilte, stehen die beiden Städte in der kreisweiten Statistik stets ganz oben. Im gesamten Zuständigkeitsbereich der Behörde, zu dem auch die Stadt Bottrop gehört, wurden 2017 insgesamt 717 Wildunfälle gezählt.

Besondere Risikostrecken im Zusammenhang mit Wildunfällen sind in Haltern nach Auskunft von Heinrich Himmelmann die Granatstraße, die Lembecker Straße und die B58 Richtung Hullern.

Tier wird zum Geschoss

Ein Zusammenstoß bei hoher Geschwindigkeit kann verheerende Folgen haben. „Ein Reh von nur 20 Kilogramm, hat bei einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro Stunde ein Auftreffgewicht von fast einer halben Tonne“, erläuterte Petra Bauernfeind-Beckmann, Vorsitzende der Kreisjägerschaft Recklinghausen. „So kann ein Unfall schnell tödliche Folgen für die Insassen haben.“ Kommt es zum Zusammenstoß, sollte der Fahrer unbedingt die Polizei alarmieren. Die Beamten nehmen Kontakt zum jeweiligen Revierbesitzer auf und stellen die Bescheinigung für die Kfz-Versicherung des Fahrers aus, damit durch den Unfall entstandene Schäden überhaupt erst anerkannt werden. „Förster und Jäger, die zum Unfallort gerufen werden, sind nicht befugt, eine solche Bescheinigung auszustellen“, betonte der Halterner Hergeringsleiter.

Reflektoren zum Schutz

Die Kreispolizei ist – insofern sie benachrichtigt wird – außerdem in der Lage, Risikostrecken zu ermitteln und entsprechend zu reagieren. Für das Anbringen blauer Reflektoren an den Leitpfosten zeichnen die Jäger verantwortlich..

Grundsätzlich gilt: Fahrbahnränder genau beobachten, Wildwechselschilder beachten, bei Sichtung eines Rehes mit weiterem Wild rechnen. Wenn Wild auf die Straße wechselt: Geschwindigkeit reduzieren, hupen, abblenden, nachfolgenden Verkehr beachten, an den eigenen Schutz denken. Ist eine Kollision nicht zu verhindern, ist ein frontaler Zusammenstoß ungefährlicher als ein Seitenaufprall gegen einen Baum oder ähnliches. Wenn ein Tier angefahren oder überfahren wurde: anhalten, Warnweste anziehen, Unfallstelle absichern, überfahrenes Wild von der Fahrbahn entfernen, wenn dies nicht möglich ist kennzeichnen (Warndreieck, Blinklicht), unverzüglich die Polizei informieren, Wildunfall durch Unfallmeldung bestätigen lassen, damit eine Regulierung des Schadens durch die Versicherung möglich ist.
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