Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung

Das Grauen vor 15 Monaten am Prozessionsweg

Zwei Männer sollen Halternerin vergewaltigt haben

15 Monate soll die Tat schon her sein, in der kommenden Woche beginnt der Prozess zu einer mutmaßlichen Vergewaltigung in Haltern am See. Der Fall vom Februar 2017 war bislang überhaupt nicht öffentlich bekannt – warum bleibt unklar.

HALTERN

, 15.05.2018
Das Grauen vor 15 Monaten am Prozessionsweg

Auf einem unbeleuchteten Privatweg am Prozessionsweg soll die Tat im Auto passiert sein. © Kevin Kindel

Mehr als ein Jahr nach der Tat tritt ein mutmaßlicher Vergewaltiger am 24. Mai (Donnerstag) vor den Richter. Das hat das Landgericht Essen am Dienstag angekündigt, die Tat soll bereits am 5. Februar 2017 geschehen sein.

Der heute 37-jährige Angeklagte habe die inzwischen 50-jährige Halternerin und eine Bekannte von ihr in einem Tanzlokal in Haltern kennengelernt, berichtet Gerichtssprecher Dr. Johannes Hidding.

„Dann hat er zusammen mit einem unbekannten Begleiter beide im Auto mitgenommen und die Bekannte zuerst bei ihr zu Hause abgesetzt“, erklärt der Vorsitzende Richter: „Dann fuhren die Männer mit der anderen Frau auf einen unbeleuchteten Privatweg und vergewaltigten sie“, so der Vorwurf. Das sei am Prozessionsweg passiert, ergänzt Staatsanwaltschafts-Sprecher Thomas Endberg.

Jetzt lesen

Der 37-jährige Angeklagte wohnt in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana. Weil er Familienangehörige in Marl habe, halte er sich häufiger in der Region auf, berichtet Gerichtssprecher Hidding. Anhand von Fotos habe die Halternerin ihn identifiziert. Nähere Informationen wollen beide Behörden vor dem Prozess nicht verraten.

Bislang war dieser Fall unserer Redaktion überhaupt nicht bekannt, es gab nie eine passende Mitteilung zu der Anzeige. Warum das nicht geschehen ist, kann Endberg nicht mit Sicherheit sagen. „Grundsätzlich kann es mal passieren, dass einzelne Fälle zwischen den Dezernaten und der Pressestelle nicht übermittelt werden“, sagt er.

Jetzt lesen

„Wir sind die Ermittlungsbehörde“, sagt Polizeisprecher Michael Franz zu dem Fall. Wenn die Polizei fertig ist, gibt sie die Ermittlungsergebnisse an die Staatsanwaltschaft. „Die guckt drüber und entscheidet, ob weitere Ermittlungen nötig sind und ob sie Anklage erhebt.“ Die Staatsanwaltschaft sei Herr des Strafverfahrens, deshalb läge dort das Auskunftsrecht.