Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Handelsstreit: US-Delegation trifft in Peking ein

Peking. Die USA und China drohen sich gegenseitig mit milliardenschweren Strafzöllen. Um zu verhandeln, schickt Donald Trump seine wichtigsten Wirtschaftsberater nach Peking. Wird eine Eskalation verhindert?

Handelsstreit: US-Delegation trifft in Peking ein

US-Handelsminister Wilbur Ross ist bei den Handelsgesprächen in Peking dabei. Foto: Pablo Martinez Monsivais/AP

Die USA und China loten auf Spitzenebene eine Lösung im Handelskonflikt aus. Eine US-Delegation um Finanzminister Steven Mnuchin ist zu Gesprächen in Peking eingetroffen.

Die Gruppe, der auch Handelsminister Wilbur Ross, der Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sowie Donald Trumps Wirtschaftsberater Peter Navarro und Larry Kudlow angehören, soll bei ihrem Besuch bis Freitag unter anderem mit Chinas Vizepremier Liu He zusammenkommen.

Der Konflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften hatte sich hochgeschaukelt, nachdem die USA zunächst Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus China verhängten und später mit weiteren Strafzöllen auf Waren im Wert von bis zu 150 Milliarden US-Dollar drohten. China kündigte Gegenmaßnahmen an.

Zur Ankunft seines Teams in Peking teilte US-Präsident Donald Trump per Twitter mit, bald auch persönlich mit Chinas Staatschef Xi Jinping sprechen zu wollen. Er werde „in nicht allzu ferner Zukunft“ mit dem chinesischen Präsidenten zusammenkommen: „Wir werden immer ein gutes (großartiges) Verhältnis haben.“

Während US-Finanzminister Mnuchin „vorsichtig optimistisch“ auf die Verhandlungen blickte, zeigten sich Chinas Staatsmedien skeptisch über eine schnelle Lösung.

US-Präsident Donald Trump will das hohe Handelsbilanzdefizit seines Landes mit China reduzieren. Allein im vergangenen Jahr exportierte das Reich der Mitte für 375 Milliarden US-Dollar (303,3 Milliarden Euro) mehr Waren in die USA als es von dort einführte. Das Weiße Haus wirft China aber auch Verstöße gegen Urheberrechte und Diebstahl von Technologie vor, wodurch das Ungleichgewicht noch größer werde.

Washington versucht, eine Antwort auf die ehrgeizige chinesische Industriestrategie „Made in China 2025“ zu finden, mit der die Volksrepublik zum weltweiten Technologieführer aufsteigen will.

„Die beiden Seiten werden wahrscheinlich keine baldige Einigung erzielen und die Handelskonfrontation und die Gespräche fortsetzen“, kommentierte die parteinahe Zeitung „Global Times“ am Vortag der Gespräche. „Ein Dialog wird kaum funktionieren, wenn die USA China dazu drängen, ihre Bedingungen zu akzeptieren.“

Washingtons Forderung, wonach China seinen Handelsüberschuss um 100 Milliarden Dollar reduzieren soll, nannte die Zeitung „unrealistisch“. Auch werde China nicht davon abrücken, seinen Technologiesektor mit staatlicher Hilfe zu entwickeln: „Der Aufstieg chinesischer High-Tech-Unternehmen ist nicht aufzuhalten.“

Neben den USA klagen auch die Europäer über mangelnden Marktzugang in China, unfaire Handelspraktiken, den Diebstahl von Urheberrechten und erzwungenen Technologietransfer. Allerdings stößt Trumps Alleingang mit der Brechstange auf Kritik. Statt mit Schutzzöllen eine Spirale der Abschottung in Gang zu bringen, wollen andere Staaten mit Handelsverträgen und Abkommen über einen Investitionsschutz eine weitere Öffnung Chinas erreichen. Auch wollen sie Unstimmigkeiten über die Welthandelsorganisation (WTO) klären.

Der Handelskonflikt könnte indirekt auch Deutschland treffen. So befürchtet der Deutsche Bauernverband negative Auswirkungen für Landwirte, da China Strafzölle gegen US-Produkte wie Sojabohnen und Schweinefleisch angekündigt hat. Dies habe bereits zu Preisrückgängen an den internationalen Agrarmärkten geführt.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Brüssel. Donald Trump ließ sich durch alle diplomatischen Bemühungen der EU nicht beirren. Jetzt kommt im Handelsstreit mit den Vereinigten Staaten der europäische Gegenschlag. Umgehend twitterte der US-Präsident zurück.mehr...

New York. Tesla hat einen ehemaligen Mitarbeiter verklagt, der dem Konzern angeblich „mutwillig und arglistig“ Schaden zufügen wollte. Nun setzt sich der Mann zur Wehr - er sei ein Whistleblower und habe Investoren und Öffentlichkeit vor den Missständen bei Tesla warnen wollen.mehr...

München. Die Nachfrage nach Luxusgütern „Made in Germany“ wächst. Vor allem Designerküchen, teure Inneneinrichtungen und Möbel seien sehr begehrt, erklärten die Unternehmensberatungen EY, Keylens und Inlux auf dem Luxury Business Day in München.mehr...

Las Vegas. Der US-Elektro-Autobauer Tesla will einen Ex-Mitarbeiter vor Gericht bringen, der das Unternehmen angeblich gezielt sabotiert hat. Der Beschuldigte soll bereits zugegeben haben, Teslas Produktionssystem gehackt und mehrere Gigabyte an internen Daten an Dritte weitergegeben zu haben.mehr...

New York. Im Bieterkampf mit dem US-Kabelkonzern Comcast um große Teile von Rupert Murdochs Medienimperium 21st Century Fox hat der Unterhaltungsriese Disney seine Offerte deutlich nachgebessert.mehr...