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Hardy Krüger jr. und die Frau vor der Tür

München. TV-Star Hardy Krüger jr. ist nach München gekommen, um sein erstes Buch vorzustellen. Mehrere Fans sind dabei, als er zum ersten Mal Passagen daraus vorliest. Doch für eine ganz bestimmte Person hieß es: „Hausverbot“.

Hardy Krüger jr. und die Frau vor der Tür

Hardy Krüger jr. stellt sein erstes Buch „Der leise Ruf des Schmetterlings“ vor. Foto: Ursula Düren

Von Anfang an war klar: Das wird keine normale Buchvorstellung. Schauspieler Hardy Krüger junior will in München sein Schriftsteller-Debüt feiern.

Seine „erste Platte“ vorstellen, wie der 49-Jährige am Donnerstagabend vor Publikum in einer Buchhandlung scherzt. In der ersten Reihe: Seine PR-Managerin und seit Neuestem auch Ehefrau Alice. Ein paar Meter weiter hinten - vor einer dicken Glastür und zwei Sicherheitskräften: Leily.

Über Leily H. und Krüger jr. war in den vergangenen Wochen viel berichtet worden. Seit Monaten fühlt sich der Fernsehstar von der 34-jährigen bedrängt. In Interviews und sozialen Netzwerken behauptete die Stalkerin, die echte Freundin des Schauspielers zu sein. Dagegen wehrt sich Kürger jr. Ende März erfolgreich vor dem Münchner Landgericht.

Das hält die Münchnerin aber nicht davon ab, weitere Annäherungsversuche zu starten - wie etwa den Besuch bei der Lesung. Mit mehreren Eintrittskarten ist sie gekommen - und natürlich dem Wunsch, Krüger jr. zu sehen und mit ihm zu sprechen. „Ich will ihn nicht bedrängen oder so“, betont sie vor dem Eingang. Sie sei keine Stalkerin, fühle sich falsch dargestellt. Wenig später heißt es für sie: „Hausverbot.“

„Lächerlich“, findet Leily das Vorgehen und die Präsenz der Sicherheitsleute. Es bestehe kein Grund zur Gefahr. Doch die Tür bleibt geschlossen. „Was denken die denn? Dass ich ihn vergewaltigen werde?“

Auch bei diesem Auftritt der Dunkelhaarigen prasselt wieder ein Blitzlichtgewitter auf sie ein, Fotografen und Schaulustige versammeln sich. Krüger jr. und seine neun Jahre jüngere Ehefrau zeigen sich währenddessen gelassen und ignorieren die Frau vor der Tür.

Schon im Januar hatte Kürger jr. eingeräumt, die Münchnerin im vergangenen Herbst getroffen und auf ein paar Nachrichten geantwortet zu haben. Das Ganze sei eskaliert. Er entschuldige sich für die ganzen „unglaublich furchtbaren Schlagzeilen“ der vergangenen Wochen, sagt Kürger jr. und beendet damit das Thema für den Abend. Es soll um den Roman gehen.

„Der leise Ruf des Schmetterlings“ heißt sein Debüt, das an dem Tag zum ersten Mal veröffentlicht wird. Der Untertitel: „Eine Erzählung über Liebe, Verlust und die Kraft des Augenblicks.“ Es ist ein Buch, in dem er auch den plötzlichen Kindstod seines damals acht Monate alten Sohnes Paul-Luca im Sommer 2011 verarbeitet. Er sei nervös, weil das Werk eben sehr viel mit seinem eignen Leben zu tun habe, sagt Kürger jr.. „Es ist aber keine Autobiografie.“

Das Buch sei durch seinen Blog entstanden, in dem er regelmäßig Geschichten veröffentliche. „Das kam bei den Lesern gut an.“ Ein Verlag sei schließlich auf ihn zugekommen und habe den Vorschlag gemacht, die Geschichten in einem Buch weiter zu erzählen. „Ich hatte eigentlich nie vor, ein Buch zu schreiben“, sagt der Schauspieler, der aktuell vor allem im Theater zu sehen ist. Es geht um fiktive Figuren in Rom, die auf der Suche nach Sinn und Liebe sind. Eine Fortsetzung sei schon in Arbeit.

Nach der einstündigen Buchvorstellung signiert der Autor noch ein paar Exemplare für seine Fans. Er lacht und scherzt mit dem vornehmlich weiblichen Publikum. An seiner Seite: ein Sicherheitsmann. Vor der Tür wartet Leily. Doch zu einem Treffen kommt es nicht. Die Krügers sind gezwungen, einen anderen Ausgang zu nehmen.

Doch München war nur der Auftakt einer Lesetour. Für die kommenden Tage sind weitere Termine in Deutschland, Österreich und der Schweiz geplant. Ob diese dann etwas „normaler“ ablaufen, wird sich zeigen.

Hardy Krüger jr.: Der leise Ruf des Schmetterlings - Eine Erzählung über Liebe, Verlust und die Kraft des Augenblicks, Giger Verlag, 281 S., Euro 22,90, ISBN: 978 3 905958 33 1

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