Diese Website speichert Cookies auf Ihrem Computer. Diese Cookies werden verwendet, um Ihre Website zu optimieren und Ihnen einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Service bereitstellen zu können, sowohl auf dieser Website als auch auf anderen Medienkanälen. Mehr erfahren über die von uns eingesetzten Cookies finden Sie in unserer Datenschutzrichtlinie
Anzeige

Harrys Hochzeit wird auch in Deutschland gefeiert

Berlin. „Ein junger Mann, der die Liebe gesucht und die Liebe gefunden hat“: Das sagt der britische Botschafter über Prinz Harry. Auch in Deutschland wird die royale Hochzeit gefeiert. Wie groß wird das Windsor-Fieber diesmal sein?

Harrys Hochzeit wird auch in Deutschland gefeiert

Der britische Botschafter in Berlin, Sir Sebastian Wood, sagt: „Es ist ein Mythos, dass die Briten keine Emotionen zeigen.“ Foto: Jens Kalaene

Auch in Deutschland heißt es am Samstag: Taschentücher raus! Prinz Harry und Meghan Markle heiraten auf Schloss Windsor. Ein Weltereignis. Es gibt auch hierzulande einige Partys und Fans vor den Fernsehern.

Vielleicht wird es eine Nummer kleiner als bei Kate und William vor sieben Jahren. Aber Harry, der rothaarige Prinz mit der wilden Vergangenheit, ist beliebt, wohl nicht nur bei Lesern der Zeitschriften, die beim Friseur liegen.

Warum eigentlich? „Er ist ein ganz normaler junger Mann“, sagt Sebastian Wood, der britische Botschafter in Berlin, im Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Wir haben alle erlebt, wie seine Kindheit war, mit diesem sehr traurigen Ereignis, dass seine Mutter früh gestorben ist. Wir haben gesehen, wie er aufgewachsen ist. Jetzt ist er ein junger Mann, der die Liebe gesucht und die Liebe gefunden hat.“

Laut einer YouGov-Umfrage wollen nur 14 Prozent der Befragten in Deutschland die Hochzeit gucken. Aber die deutschen Windsor-Fans sind im Fieber: Evelyn Marie Seidel, die Chefin des „Lady Di Clubs“, wollte extra aus dem niedersächsischen Hameln nach England reisen. In Städten wie Köln und Hannover sind Partys zum Fernsehgucken geplant.

In der britischen Botschaft in Berlin nahe dem Brandenburger Tor wird am Samstag mit der BBC-Übertragung gefeiert. Dazu werden Pimm's, der klassische Sommerdrink, Gurkensandwiches und Fish & Chips mit Essig serviert. Ein Aston Martin wird als Hochzeitsauto dekoriert.

Die 400 geladenen Gäste sind aus der deutsch-britischen Community oder engagieren sich ähnlich wie die Royals für den guten Zweck. Das Motto: „Love is great“. Auch eine Hochzeitstorte wird aufgetischt. Sie wird mit einem der gleichgeschlechtlichen Ehepaare angeschnitten, die in der Botschaft geheiratet haben, bevor dies in Deutschland mit allem Drum und Dran möglich war.

Die Botschaft hat Übung mit Terminen im Zeichen der Krone. Der Geburtstag von Königin Elizabeth II. wird traditionell in der Residenz im Garten gefeiert. Die Queen (92) reiste 2015 zu ihrem fünften Staatsbesuch nach Deutschland. Zwei Jahre später waren Herzogin Kate (36) und Prinz William (35) da. Harry (33) besuchte 2010 in Berlin die Gala „Ein Herz für Kinder“. Wann kommt er nach der Hochzeit mit seiner Frau nach Deutschland?

Natürlich hoffe er darauf, sagt Botschafter Wood. „Es wird sicher ein bisschen Konkurrenz geben von anderen Botschaften in unserem globalen Netzwerk. Natürlich war es ein großes Privileg letztes Jahr, dass William und Kate drei Tage in Deutschland verbracht haben. Sie haben drei Nächte bei uns in der Residenz übernachtet, mit ihren Kindern.“ Das habe gut funktioniert - auch mit dem Botschafter-Hund Albie, der zwar sehr groß, aber vielleicht der liebste Hund Berlins sei.

Die jungen Royals interessierten sich für Deutschland, sagt Wood. „Es gibt enge Verbindungen zwischen der Königsfamilie und Deutschland.“ Wood trifft öfter bei Feiern in Deutschland Verwandte der Windsors. „Das passiert ständig.“

Bei den jungen Windsors beobachtet Wood ein starkes Pflichtgefühl. „Das habe ich beim Besuch von William und Kate gespürt. Sie arbeiten sehr diszipliniert daran, das Land zu vertreten und gute Botschafter im wahrsten Sinne des Wortes zu sein. Aber sie spiegeln auch das Gefühl der Gesellschaft, Großbritannien ist viel bunter und toleranter geworden.“

Nach dem Vorbild ihrer Mutter Diana, die ihre Rolle als Prinzessin nutzen wollte, um Benachteiligten zu helfen, wollten ihre Söhne diese Tradition fortsetzen. Sie wollten zum Beispiel erreichen, dass psychischen Krankheiten kein Stigma mehr anhaftet. „Harry hat zugegeben, dass er nach dem Tod seiner Mutter selbst Therapie und Hilfe gesucht hat, um das schreckliche Erlebnis zu verarbeiten. Damit will er erreichen, dass andere weniger Hemmungen haben, Hilfe zu suchen.“

Ob man auch als Engländer bei der Hochzeit weinen darf? „Es ist ein Mythos, dass die Briten keine Emotionen zeigen“, sagt Wood. „Natürlich darf man bei der Hochzeit weinen, aber vielleicht nicht zu laut.“

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Madrid. Das hatte in Spanien kaum jemand für möglich gehalten: Ein Angehöriger des Königshauses sitzt hinter Gittern. Der Schwager von König Felipe trat seine knapp sechsjährige Haftstrafe an. Was erwartet Iñaki Urdangarin im Gefängnis?mehr...

London/Bangui. Der zentralafrikanische Außenminister widerspricht seinem Botschafter in Brüssel. Er sagt, der ehemalige Tennisprofi könne sich nicht auf diplomatische Immunität berufen.mehr...

Bonn. Marina Abramovic ist für ihre skurrilen Performances bekannt. Genauso unkonventionell soll es irgendwann bei ihrer Beerdigung zugehen. Wie die Künstlerin sich diese vorstellt, hat sie jetzt in einem Interview verraten.mehr...