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Bernd Schatens Liebe zur Musik währt schon viele Jahrzehnte

Vor 68 Jahren erstmals bei der Osterprozession in Heek gespielt

Bernd Schaten blickt auf viele Jahrzehnte mit dem Musikverein Heek zurück. Als er vor 20 Jahren in Pension ging, überlegte er sich mit Freunden etwas Neues.

von Lea Daume

Heek

, 01.04.2018
Bernd Schatens Liebe zur Musik währt schon viele Jahrzehnte

68 Jahre Musikverein sind in Fotoalben festgehalten. Foto: Lea Daume

Fast sein ganzes Leben macht Bernd Schaten schon Musik. Ostersonntag vor 68 Jahren hat der heute 82-Jährige seine erste Prozession gespielt – und danach keine einzige verpasst. Wenn er sich daran zurückerinnert, muss er ein bisschen lächeln. „Um fünf Uhr morgens haben wir uns getroffen, um dann dreimal um die Kirche zu gehen“, sagt er. „Wenn man sich bis dahin gut angestrengt hatte und seine Leistungen erbracht hatte, durfte man mitgehen. Das war eine große Sache für uns.“ Damals war Bernd Schaten 14 Jahre. Schon sein Vater war Musiker gewesen.

„Wir mussten uns unsere Noten selbst von Hand abschreiben“, erinnert er sich. Die hatte er dann lange geübt – mit viel Fleiß und Geduld. „Es gab ein Büchlein, die Notenschule, und das brachte man sich dann selbst bei, bis man sozusagen salonfähig war“, erinnert sich Bernd Schaten. Die Musik habe immer eine sehr hohe Priorität gehabt, bis heute. 30 Jahre war er Vorsitzender des Musikvereins, später Gründungsmitglied der Seniorenband „Alte Freunde“.

Sorgfältig dokumentiert

Hermine Schaten hat alle Zeitungsausschnitte aufbewahrt, alle Bilder in Alben geklebt. 68 Jahre Musikerkarriere. Auch sie ist immer dabei gewesen, wenn ihr Mann mit dem Musikverein unterwegs war. „Wir waren immer als Frauen eine eigene Gemeinschaft, sind dann auch zusammen zu Schützenfesten gegangen, wenn die Männer spielen mussten“, erinnert sie sich. „Das war immer schön, dass man dann nicht allein war, auch wenn der Mann beim Musikverein war.“ Bernd Schaten schmunzelt. „Natürlich haben wir die Damen mitgenommen. Das waren ja unsere Fans.“
Bernd Schatens Liebe zur Musik währt schon viele Jahrzehnte

Zahlreiche Prozessionen hat Bernd Schaten (mit Posaune, 2.v.l.) mit dem Musikverein begleitet, und auch bei Schützenfesten war er immer dabei. Über 40 Jahre marschierte er in der Kapelle mit, bis zu seiner Pensionierung. Repro: Lea Daume

Die Freundschaft innerhalb des Vereins sei auch ein großer Faktor, weswegen ihm die Musik immer so wichtig gewesen sei, so Bernd Schaten: „Wenn man im Musikverein aktiv war, musste man dafür viel Zeit aufwenden“, sagt er. „Da konnte man nicht nebenbei noch großartig im Fußballverein aktiv sein oder ähnliche zeitaufwändige Hobbies haben.“ Früher probte er jeden Sonntag: „Wir trafen uns um 13 Uhr, gingen dann mittags in die Andacht und probten dann weiter, so war das früher“, sagt er. „Die Sonntage waren für die Musik.“

Erstes Schützenfest

Und wer sich anstrengte, wurde dafür auch belohnt: Mit 16 durfte Bernd Schaten bei seinem ersten Schützenfest mitspielen. „Das war ein tolles Erlebnis“, erinnert er sich. „Da haben die Erwachsenen dann später Bier getrunken und Zigarre geraucht, und wir haben unsere Regina gehabt. Das war schon etwas Besonderes.“ 40 Jahre Schützenfeste folgten, bis Bernd Schaten in Pension ging.

Liebe zur Musik

Doch mit der Pension wollte er die Musik nicht aufgeben, er gründete mit ein paar Musikerkollegen die Seniorenband „Alte Freunde“. Noch heute ist der 82-Jährige dort aktiv. „Nach der Pensionierung haben wir gedacht: Was nun?“, sagt Bernd Schaten. „Wir hatten ja schon immer Musik gemacht.“

Fünfzehn Mitglieder haben die „Alten Freunde“ im Moment. Keiner wollte das Musikmachen missen, es war ein zu großer Teil ihres Lebens. „Es ist natürlich auch die Geselligkeit, aber in erster Linie auch wirklich die Liebe zur Musik, warum ich das jetzt schon so lange mache“, sagt Bernd Schaten. „Es klingt ja keine Posaune alleine so gut, wie wenn alle zusammen spielen. Dann ist es einfach schön.“ Und er freut sich, dass der Musikverein auch aktuell so erfolgreich ist: „Wir haben zwei sehr gute Ausbilder, die stellen da etwas tolles auf die Beine.“

Wenn er auf seine eigenen 68 Jahre zurückblickt, hat er verschiedene Gefühle: „Kameradschaftsgefühl, Stolz, Hoffnung“, sagt er. „Ich hoffe einfach, dass es noch ein paar Jahre so weitergeht bei uns Senioren, dass alle gesund bleiben und wir noch einige Male spielen können, wie wir es immer gemacht haben.“

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