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Das Wunder am Stiel

HeeK Nichts Geringeres als ein Wunder verspricht der Verkäufer. In seiner Hand hält er das Instrument dazu: unten eine schmale Drahtbürste und darüber ein langer Besenstiel, an dem ein Preisschild baumelt. Zehn Euro kostet das Wunderding - und viele greifen zu.

23.06.2008

Das Wunder am Stiel

Nie mehr auf den Knien liegen zu müssen, um mit einem Messerchen oder einem Spachtel Moos und Gras aus den Fugen kratzen zu müssen, ist ihnen die Investition in diesen innovativen Fugenkratzer wert.

Der Verkäufer mit den großen Worten und der neuen Idee lächelt zufrieden - eher die Ausnahme unter den Händlern auf dem Krammarkt: 363 Tage im Jahr ist der Katthagen eine ruhige Wohnstraße. An zwei Tagen - pünktlich zur Sommer- und Winterkirmes - verwandelt er sich in einen bunten Basar vor allem mit Textilien, aber auch Küchengeräten, Armbanduhren und anderes mehr oder weniger Überflüssiges für den Alltag.

Gut besucht? Textilhändler Siegmund Stengel (kleines Foto) aus Wessum, der seit Jahren den Markt organisiert, schüttelt den Kopf. Davon könne nicht die Rede sein. Die Marktbesucher kämen immer später - "um 8 Uhr war hier noch gar nichts los" und was noch schlimmer sei: Sie kauften immer weniger. "Und vom Gucken können wir nicht leben", spricht er auch für seine 22 Kollegen. Der viel beschworene Aufschwung - bei den Markthändlern ist er noch nicht angekommen. Die Menschen drehten jeden Euro dreimal um - "angesichts der hohen Energiepreise auch kein Wunder", ergänzt er.

Manchmal greifen sie dann aber doch zu: bei den besonders stabilen Hosenträgern für 7,50 Euro zum Beispiel, den leichten Blusen, der starken Miederwäsche, den kochfesten Aufnehmern (vier Stück für drei Euro) und eben beim Wunder am Stiel. sy-

Das Wunder am Stiel

<p>Bequeme Fugenreinigung ohne tiefes Bücken: Auf dem Krammarkt stellen Händler das neue Wunderding vor. </p>

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