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Drei Gemeinden teilen sich eine Politesse

Carolin Bomball verteilt die Knöllchen

Carolin Bomball erobert sich Heek, Legden und Schöppingen – Straße für Straße. Seit Februar ist sie unterwegs. Immer dabei: der Block mit Strafzetteln.

Heek/Legden

, 11.04.2018
Drei Gemeinden teilen sich eine Politesse

Carolin Bomball im Einsatz.

Die Aufgabe ist klar umrissen: „Überwachung des ruhenden Verkehrs“. Carolin Bomball ist neu als Politesse. Neu ist auch, dass die drei Nachbargemeinden Heek, Legden und Schöppingen gemeinsam die Stelle finanzieren. Wo und wann Carolin Bomball arbeitet, das verrät sie natürlich nicht. Feste Zeiten, mit denen Parksünder rechnen könnten, gibt es nicht. Am Mittwoch war sie in Legden unterwegs. Alles ist ruhig, Zeit also für ein Gespräch über den neuen Job.

Für Carolin Bomball ist es der erste Einsatz als Politesse. Mit der Straßenverkehrsordnung kennt sie sich aus. Und sie ist gerne draußen an der frischen Luft. Meistens. „Im Winter mit dem starken Ostwind war es rattenkalt“, erinnert sie sich. Aber schlechtes Wetter ist kein Grund, zu Hause zu bleiben.

Zu Fuß durch Legden

Durch Legdens Ortskern läuft sie genauso wie auch in Schöppingen zu Fuß. In vier Straßen achtet sie darauf, dass richtig geparkt wird oder der Parkschein hinter der Windschutzscheibe liegt. Vor allem in dem umgestalteten Teil der Hauptstraße muss sie immer wieder zum Block greifen und ein Knöllchen ausstellen. Dass jetzt nicht mehr vor Apotheke und Bäcker geparkt werden kann, hat sich noch nicht überall herumgesprochen. „Auf dieser Seite gibt es nur zwei Behindertenparkplätze“, sagt Carolin Bomball.

Es geht ihr nicht darum, möglichst viele Strafzettel zu schreiben und so die Einnahmen der drei Gemeinden zu verbessern. „Es geht darum, dass ordentlich geparkt wird.“ Deshalb spricht sie auch schon mal Autofahrer an, die gerade davoneilen wollen, ohne eine Parkscheibe zu stellen, oder die falsch geparkt haben. „90 Prozent sind einsichtig“, sagt sie. Dass sie natürlich nicht überall auf freundliche Gesichter stößt, ist auch klar. „Ich würde mich ja auch ärgern, wenn ich mal eben drei Brötchen kaufen will, und diese dann, wenn ich aus dem Laden komme, statt 80 Cent 10,80 Euro kosten.“

„Wenn man das Auto verlässt, dann parkt man“, verweist sie auf das Gesetz, das eben auch vor der Bäckerei an der Hauptstraße keine Ausnahme erlaubt. Und ja, so erzählt sie mit einem Lächeln, sie selbst hat natürlich auch schon mal ein Knöllchen bekommen.

Mit dem Rad durch Heek

In Heek und Nieborg ist die Politesse mit dem Fahrrad unterwegs, weil sie hier auch durch Wohngebiete fährt. Noch braucht sie einen Plan, weil sie noch nicht alle Straßen kennt. Manchmal wird sie auch selbst angesprochen. Autofahrer fragen beispielsweise, warum man an bestimmten Stellen nicht parken darf. Dann kann sie auch erklären, dass es in der Regel nicht erlaubt ist, halb auf dem Geh- oder Radweg zu parken. Viele machen das, damit die Autos besser durchkommen. Dass sie dabei den Gehweg versperren, übersehen sie dabei. 20 Euro, so Carolin Bomball, kann das kosten.

Neben den Autos hat sie auch einen Blick auf die Hunde in den drei Gemeinden. Wenn jemand die Hinterlassenschaften des Vierbeiners nicht wegnehmen würde, wäre das auch ein Einsatz für die Politesse. „Das ist bisher aber noch nicht vorgekommen“, so Carolin Bomball.

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