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Wie in einem Pferderoman

Heek Sie liebt Pferde, hat gerade ihren Realschulabschluss in der Tasche und eigentlich noch keine richtige Idee, welchen Weg sie beruflich einschlagen soll - so weit nichts Besonderes. Doch dann passiert es: "Hast Du nicht Lust, zu mir nach Amerika zu kommen, und ein Jahr lang dort das zu tun, was Du am liebsten machst: Reiten?"

26.06.2008

Wie in einem Pferderoman

<p>Eva Pothmann aus Heek freut sich zusammen mit ihrer Mutter Angelika auf das Abenteuer Amerika. Einziger Wermutstropfen: die Trennung von Pony Daisy. Lüttich-Gür</p>

Nein, das hat Eva-Maria Pothmann nicht geträumt. Diese Frage hat ihr tatsächlich eine bis dahin fast fremde Frau gestellt - eines schönen Tages beim Dressur-Training in Ochtrup. "Und ich habe natürlich Ja gesagt", strahlt die gerade 16-Jährige.

Am 27. Juli beginnt, was sich wie die Vorlage für einen Pferde-Mädchen-Roman liest: Eva fliegt nach Washington, wird dort Galerien besuchen, vorm Weißen Haus vorbei spazieren und die Treppen zum Capitol hinauf steigen, die sie bislang nur aus dem Fernsehen kennt - vor allem wird sie aber ihre Zeit mit Pferden verbringen: sie zureiten, selbst Reitstunden geben und ihr eigenes Talent im Spring- und Dressurreiten weiter ausbauen.

"Einfach klasse!" Auch Evas Mutter Angelika gerät ins Schwärmen, wenn sie an die nächsten Monate denkt, die vor ihrer Tochter liegen - und an die Begegnung, die hinter ihr liegt: Denn die Frau aus Amerika - Britta Johnson - hat sich zunächst an die Mutter gewandt.

Zeit für Berufspläne

"Wir kannten uns flüchtig aus Heek, wo Britta ein paar Dressur-Stunden gegeben hat", erinnert sich die Nienborgerin an den schicksalshaften Nachmittag in Ochtrup. Schnell kamen die beiden Frauen ins Gespräch, während sie Eva beim Reiten zuschauten. "Und dabei unterbreitete sie mir ihren Vorschlag."

Mutter Angelika war sofort Feuer und Flamme - nicht nur, weil sie selbst gerne reitet. "Ich glaube, es ist eine gute Chance, neue, wichtige Erfahrungen zu machen": Sprachkenntnisse vertiefen, Kontakte knüpfen, Perspektiven entwickeln - erwachsen werden. Vater Dieter war anfangs skeptischer - aber dann doch überzeugt. Wohl auch, weil Eva zugesagt hat, bei ihrer Rückkehr besser zu wissen, was sie will - oder eben nicht will.

Den Pferdesport zum Beruf machen? Noch kann sich das Eva gut vorstellen. Wie der Alltag dann aussieht, wird ihr Britta Johnson vermitteln. Sie führt eine halbe Stunde Fahrt von Washington D.C. entfernt ein Gestüt: eine gute Adresse für wohlhabende Pferdefreunde aus der Hauptstadt.

Sorge um Daisy

Evas Vorfreude ist ungetrübt - fast. Traurig blickt die Anne-Frank-Realschülerin in die großen braunen Augen von Daisy: dem Pony, auf dem zu manchem Erfolg sprang. "Wir müssen für sie einen neuen Besitzer finden", sagt sie und tätschelt zärtlich den Hals der Braunen. Seitdem sie 16 ist, dürfe sie zwar ohnehin nicht mehr auf Turnieren auf der Pony-Dame reiten, "aber dann bräuchten wir uns noch nicht so schnell zu trennen."

Wenn sie an das Abenteuer denkt, das vor ihr liegt, verfliegt Evas Kummer aber wieder schnell. Und ein Spritzer Melancholie gehört selbst in einen guten Pferderoman... sy-

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