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Hockenheim kämpft: „Wie es weitergeht, weiß ich nicht“

Barcelona. Gibt es nach diesem Jahr noch Formel-1-Rennen in Deutschland? Vieles hängt davon ab, wie viel der Hockenheimring zahlen muss. Für die Verantwortlichen ist jetzt schon klar: Sie brauchen dringend fremde Hilfe.

Hockenheim kämpft: „Wie es weitergeht, weiß ich nicht“

Die Zukunft des Großen Preises von Deutschland auf dem Hockenheimring ist ungewiss. Foto: Jan Woitas

Die Zukunft der Formel 1 in Deutschland ist mehr als ungewiss. Alle Verhandlungen über einen neuen Vertrag für den deutschen Grand Prix blieben bislang ergebnislos. Nach dem Rennen am 22. Juli auf dem Hockenheimring könnte vorerst Schluss sein.

„Wie es weitergeht, weiß ich nicht“, sagt Georg Seiler. Der Geschäftsführer der Hockenheimring GmbH nimmt am Rande des Großen Preis von Spanien auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya am Wochenende einen neuen Anlauf für Gespräche mit den Bossen der Rennserie.

Seiler wünscht sich, dass die Formel 1 nach 2019 auf den Hockenheimring zurückkehrt. Er betont aber auch: „Wir werden keinen Vertrag mehr abschließen, der ein wirtschaftliches Risiko beinhaltet. Die Promotorgebühr ist einfach zu hoch.“ Angeblich soll sie bei 25 Millionen Euro liegen. „Wir sind eine Rennstrecke, die keine Zuschüsse von Region, Land oder Bund erhält. Ich behaupte sogar, der Hockenheimring ist die einzige Rennstrecke auf der Welt, die sich wirtschaftlich selbst tragen muss“, sagt Seiler.

Bis 2006 fand auf dem Kurs in Nordbaden jährlich ein Formel-1-Rennen statt, dazu eines auf dem Nürburgring. Der Kurs in der Eifel litt aber mehr und mehr an Geldsorgen, die beiden Rennstrecken vereinbarten ein Wechselspiel von Jahr zu Jahr. Den (bisher) letzten Grand Prix auf dem Nürburgring gab es 2013.

Der Hockenheimring blieb als Grand-Prix-Gastgeber dabei. Zweifel und Nöte gab es auch, irgendwie einigten sich Seiler und der frühere Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone aber immer wieder. „Ich hatte zu ihm ein vertrauliches und partnerschaftliches, ja sogar freundschaftliches Verhältnis. Mit ihm gab es immer faire Verhandlungen“, sagt Seiler.

In Zeiten, in denen die Formel 1 zum Event werden soll, das auch ein junges Publikum anzieht, dazu gern auch in Metropolen dieser Welt wie schon ab kommendem Jahr möglicherweise in Miami oder später in Buenos Aires oder Hanoi, hat es ein Kurs wie der Hockenheimring nicht leicht. Hinzu kommt, dass die Zahl der deutschen Fahrer derzeit auf dem niedrigsten Stand seit 30 Jahren ist, als Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen an den Start gingen. In diesem Jahr sind es Sebastian Vettel und Nico Hülkenberg.

Einen positiven Ruck durch die deutsche Fanszene könnte in der Zukunft womöglich ein Einstieg von Michael Schumachers Sohn Mick auslösen. Der ist aber noch nicht wirklich absehbar. An diesem Wochenende startet der 19-Jährige in Pau in seine zweite Saison in der Formel 3. Um es in die Königsklasse zu schaffen, dürfte auch noch mindestens ein Jahr in der Formel 2 nötig sein, um die erforderlichen Punkte für die Superlizenz zu bekommen.

Zukunftsmusik. Die Realität auf dem Hockenheimring sieht so aus: Im Vorverkauf wurden bislang 60 000 Tickets verkauft. „Eine durchaus gute Zahl“, wie Seiler es formuliert. Erwartet werden 65 000 bis 70 000 Zuschauer. „Damit würden wir eine wirtschaftliche Null erreichen.“ Das Problem sei, dass man keine Werberechte besitzt. „Wir stellen die Spielwiese und andere verdienen das Geld. Um in Zukunft wieder ein Formel-1-Rennen in Hockenheim zu veranstalten, brauchen wir einen Investor oder Sponsor.“

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